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Kroatien

Kroatien fürchtet um Aufträge wegen EU-Wirtschaftssanktionen


Kroatien fürchtet bei den EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland offenbar um Aufträge kroatischer Unternehmen. Bei den jüngsten Verhandlungen in Brüssel zu neuen Sanktionen soll sich die kroatische Seite dafür eingesetzt haben, dass bestehende Verträge und Aufträge mit russischen Firmen aufrecht erhalten werden, berichtete die Zeitung Vecernji List. So verlangte Kroatien, dass sich die Sanktionen gegen Lieferung von Hochtechnologieprodukten und die Waffenindustrie nicht auf Service-Leistungen und Instandhaltungen beziehen, hieß es aus Diplomatenkreisen gegenüber der Zeitung.

In Kroatien wäre unter anderem das Technologieunternehmen Ericsson Nikola Tesla von den Sanktionen betroffen, das Unternehmen äußerte sich dazu jedoch nicht. Die 28 Staats- und Regierungschefs hatten sich zuvor auf die Stufe drei der Strafmaßnahmen gegen Moskau wegen des Verhaltens von Russlands Staatschef Wladimir Putin in der Ukraine-Krise geeinigt. Die Wirtschaftssanktionen werden heute im Detail im Amtsblatt der EU veröffentlicht. EU-Ratspräsident Hermann Van

Rompuy hatte erklärt, dass die Sanktionen den Zugang russischer staatseigener Finanzinstitutionen zum europäischen Kapitalmarkt begrenzen, ein Waffenembargo verhängt wird sowie ein Ausfuhrverbot für „dual use goods“ (Verwendung ziviler und militärischer Güter) erlassen wird. Außerdem werde der Zugang Russlands zu hochsensitiven Technologien im Erdölbereich gedrosselt. Insgesamt exportierte die EU im letzten Jahr Waren im Wert von 120 Mrd EUR nach Russland.

Quelle: Südosteuropa Aktuell