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Kasachstan

Maschinenbau ist ein wichtiger Kooperationspartner


Fürden deutschen Maschinenbau wird die Republik Kasachstan als Handels-und Kooperationspartner immer wichtiger. Viele deutsche Branchenfirmensind bereits im Land aktiv und liefern vor allem kompletteProduktionsanlagen, Lebensmitteltechnologie, Bau-, Bergbau- undWerkzeugmaschinen sowie Pumpen. Die Aussichten für eine Ausweitung desAbsatzes sind dank hoher Einnahmen aus dem Erdölgeschäft heute sogünstig wie noch nie. Allein den realen Investitionsbedarf in derverarbeitenden Industrie beziffern Experten auf jährlich rund 50 MrdUSD.

DieNachfrage nach Maschinenbauerzeugnissen zieht mit der positivenWirtschaftsentwicklung und der Umsetzung der Strategie zurDiversifizierung der Wirtschaft kräftig an. Importeure sind dieNutznießer dieses Trends.

Großist der Bedarf an moderner Landtechnik. Mehr als 80% der in denAgrarbetrieben eingesetzten Mähdrescher und Traktoren haben einDurchschnittsalter von 13 bis 14 Jahren. Experten geben den jährlichenErneuerungsbedarf in den Produktgruppen Traktoren und Mähdrescher mit8.000 beziehungsweise 4.000 Einheiten an. Ende 2006 haben der Fonds fürnachhaltige Entwicklung Kasyna und die russische AO AgromaschHoldingein Programm für die Erneuerung des Maschinen- und Traktorenparks fürden Agrarsektor gestartet. Die Holding kommt auf dem kasachischen Marktfür Landtechnik heute auf einen Marktanteil von etwa 55%. Auch deutscheHersteller von Landmaschinen machen in Kasachstan gute Geschäfte.

WachsendeLieferchancen versprechen die zahlreich geplanten Projekte im Erz- undKohlebergbau sowie im Hüttenwesen. In Temirtau ist die Errichtung einesIndustrieparks für Hüttenwesen, Metallverarbeitung und Maschinenbaugeplant. Immer mehr Betriebe der Metallverarbeitung engagieren sich inder Zulieferindustrie und ordern neue Werkzeugmaschinen im Ausland. Dassich auf einem hohen Niveau befindende Baugewerbe sorgt für eine regeNachfrage nach Bau- und Straßenbaumaschinen. Gute Absatzchancen bietendie anhaltende Belebung der Nahrungsmittelwirtschaft (namentlich in denSektoren Getreide- und Fleischverarbeitung). Deutsche Technik istbesonders in den kasachischen Brauereien sowie Konditorei- undSüßwarenfabriken gefragt.

Dereinheimische Maschinenbau befindet sich trotz erster Projekte zurWiederbelebung weiterhin in einem großen Tief. Die Anzahl großer undmittlerer Maschinenbaubetriebe schrumpfte infolge neuerNachfragestrukturen, der Marktöffnung und ausgebliebener Investitionenseit 1991/92 von etwa 1.800 auf nur noch ungefähr 300. Der Anteil desgesamten Industriezweigs an der Industrieproduktion ging von 16% Anfangder 90er Jahre auf 3,4% im Jahr 2006 zurück. Die Zahl der Beschäftigtenin der Branche beläuft sich auf circa 65.000, das sind nur noch einSechstel des früheren Niveaus.

Diemeisten Maschinenbauer lasten ihre Kapazitäten lediglich zu 15% bis 20%aus. Sie befassen sich oft nur mit Reparaturarbeiten oder der Fertigungin kleinen Serien. Das Gros der Produkte ist auf dem internationalenMarkt nicht konkurrenzfähig. Der technische Rückstand zu denentwickelten Ländern beträgt oft 20 bis 30 Jahre. Die in den Betriebeneingesetzte Technik ist je nach Sparte zu 50% bis 80% verschlissen.

DerAusstoß im Industriezweig erreichte 2006, gemessen an den statistischerfassten 261 Betrieben, nur ein Volumen von 1,07 Mrd EUR (+14,2%gegenüber 2005), darunter das Aufkommen von Maschinen und Ausrüstungen342 Mio EUR (-4,5%, 103 Betriebe), von elektrotechnischen,elektronischen und optischen Ausrüstungen 249 Mio EUR (+5,7%, 45Betriebe) und von Transporttechnik 476 Mio EUR (+33,4%; das Plus gehtauf das Konto der Sparte Ersatzteile, 113 Betriebe). Das Gros derMaschinenbaukapazitäten konzentriert sich auf die Bereiche Öl- undGasausrüstungen (24 nennenswerte Akteure), Maschinen für den Bergbauund das Hüttenwesen (12), Transport- und Kommunikationstechnik (15),Landtechnik (20) und Rüstungsgüter (13).

Dasbeschlossene Regierungsprogramm für die Wiederbelebung und den Ausbaudes Maschinenbaus im Zeitraum 2006 bis 2008 blieb infolge fehlenderFördermechanismen Makulatur. Einige Erfolge gibt es nur in der SparteÖl- und Gasausrüstungen (2006: Ausstoß von 286 Erzeugnissen für etwa 70bis 75 Mio EUR) und mit Einschränkungen in den SektorenMetallverarbeitung, Elektrotechnik und Fahrzeugbau. Dennoch dominierenauch in diesen Ausrüstungsbereichen Importe. Allein das jährlicheMarktpotenzial in der Sparte Ausrüstungen für die Öl- und Gasindustriegeben Branchenkenner mit 4,5 Mrd USD und den Markzuwachs mit 15% bis25% pro Jahr an. Inländische Hersteller kommen hier nur auf einenMarktanteil von knapp 10%.

AufMaschinen, Ausrüstungen und Geräte aller Art entfielen laut Angaben derAgentur für Statistik, Astana, in den ersten drei Quartalen 2007 rund46% des gesamten kasachischen Imports (circa 11 Mrd USD von 23,7 MrdUSD). Den Anteil solcher Einfuhren am jährlichen Maschinen- undAusrüstungsbedarf im Land beziffern die Statistiker auf hohe 86% bis87%. Die kasachischen Exporte von Maschinenbauerzeugnissen machen nurbescheidene 2% der Gesamtausfuhren aus.

NachInformationen des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.(VDMA) lieferten deutsche Branchenunternehmen 2006 Maschinen undAusrüstungen im Wert von 409 Mio EUR nach Kasachstan. Im Jahr zuvorwaren es lediglich 280 Mio EUR. Der seit 2004 zu beobachtende kräftigeWachstumstrend bei den Lieferungen in die GUS-Republik wird sichangesichts der im Land zahlreich geplanten Projekte in derRohstoffförderung und in der verarbeitenden Industrie auch künftigfortsetzen.

DemZahlenwerk der Agentur für Statistik zufolge waren deutsche Unternehmen2006 mit mehr als einem Zehntel (662 Mio USD) an den gesamtenkasachischen Importen von Maschinen, Anlagen und Elektroausrüstungenbeteiligt. In der Produktgruppe optische, medizinische undfotographische Geräte kamen sie sogar auf einen Importanteil von 18%(94 Mio USD). Die deutschen Anbieter von Kranen und fahrbarenHubportalen, Werkzeugmaschinen und Lebensmitteltechnik haben ihreGeschäfte in Kasachstan 2006 im Vergleich zum Vorjahr mehr alsverdoppelt. Die Lieferungen von Flüssigkeitspumpen und Hebewerken fürFlüssigkeiten expandierten um fast 40%.

WichtigeAnsprechpartner für die Ausstattung neuer Betriebe mit Maschinen undAnlagen sind die in Kasachstan seit einigen Jahren tätigen so genanntenstaatlichen Entwicklungsinstitute. Diese bringen in enger Kooperationmit privaten in- und ausländischen Unternehmen eine Vielzahl vonProjekten in allen Wirtschaftsbereichen auf den Weg. DerInvestitionswert der von den Instituten genehmigten und auch finanziellbegleiteten Projekte dürfte bis Anfang 2009 auf ein Volumen von bis zu10 Mrd USD steigen (Mitte 2007: 5,2 Mrd USD). DetaillierteInformationen können bei der Dachorganisation der Fördereinrichtungen,dem Fonds für nachhaltige Entwicklung Kasyna (www.kazyna.kz), eingeholtwerden.

Quelle DowJones/NfA/7.1.2008