Prag (gtai) - Der tschechische Markt für Medizintechnik wächst und wird bis 2013 in hohem Maß durch EU-Fördermitteln bestimmt, die in die Modernisierung und Neuausstattung öffentlicher Krankenhäuser und Gesundheitszentren fließen. Sein rechnerisches Volumen liegt bei rund 700 Mio. Euro, mit weiter steigender Tendenz. Da die heimischen Unternehmen nur Teilsegmente bedienen und hochgradig exportorientiert sind, wird der Inlandsbedarf zum Großteil importiert. Deutsche Hersteller halten daran einen Anteil von fast einem Viertel.
Marktentwicklung/-bedarf
Die Tschechische Republik verfügt über ein zuverlässiges öffentliches Gesundheitssystem , das aber noch nicht in allen Bereichen auf dem westeuropäischen Stand ist. Der noch bestehende Nachholbedarf wird mit Hilfe von EU-Geldern über das Integrierte Operationelle Programm (IOP) gefördert. Von 2010 bis 2013 birgt dieser Topf noch 5,0 Mrd. Tschechische Kronen (Kc; circa 188,7 Mio. Euro; Durchschnittlicher Wechselkurs 2009: 1 Euro = 26,74 Kc). Weitere umgerechnet 132,1 Mio. Euro sind bereits 2009 insgesamt 74 Projekten zugesprochen worden, von denen noch nicht alle Ausschreibungen zur Folge hatten. Im Vordergrund stand die Ausstattung von Traumatologie- und Onkologie-Zentren. Im Jahr 2010 werden vor allem Ausrüstungsprojekte von Zentren für kardiovaskuläre Erkrankungen, Traumatologie und Schwerbrandverletzte gefördert. Das zuständige Gesundheitsministerium hat im Februar eine entsprechende Förderrunde ausgeschrieben, in der 1,6 Mrd. Kc (rund 60 Mio. Euro) zur Verfügung stehen.
Weitere insgesamt 200 Mio. Euro an EU-Geldern fließen 2008 bis 2013 über sieben Regionale Operationelle Programme (ROP) in Projekte zur Verbesserung der regionalen Gesundheitsinfrastruktur. Aus ihnen können auch Baumaßnahmen finanziert werden. Viele Regionalkliniken stecken daher in Umbau- oder Erweiterungsmaßnahmen oder planen solche, so etwa die Krankenhäuser in Jihlava (13,6 Mio. Euro), Trebic (8,4 Mio. Euro), Pelhrimov (17,3 Mio. Euro). Damit einher gehen auch Investitionen in die technologische und instrumentelle Ausstattung.
Die rechnerische Inlandsnachfrage nach medizinischen Geräten und orthopädischen Erzeugnissen (NACE 33.1) lag nach vorläufigen Zahlen des Ministeriums für Industrie und Handel im Jahr 2008 bei 685,2 Mio. Euro. Mit einem Wachstum um nominal schätzungsweise 5% hat sich der Markt 2009 als krisenresistent erwiesen. Branchenkenner rechnen auch 2010 mit einer weiteren Steigerung.


