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Mexiko

Mexikanische Wasserwirtschaft braucht strukturelle Änderungen


Öffentliche Versorger müssen sich professionalisieren / Von Florian Steinmeyer

Mexiko-Stadt (GTAI) - Die öffentliche Wasserversorgung in Mexiko bleibt für deutsche Technologieanbieter ein schwieriges Geschäftsfeld. Zwar besteht genügend Modernisierungs- und Ausbaubedarf, doch die zumeist öffentlichen Wasserversorger haben kaum finanziellen Spielraum und darüber hinaus wenig Anreize, sich zu professionalisieren. Interessantere Geschäftspartner sind private Anlagenbetreiber, die ihre Tätigkeit im Land langsam ausweiten. Auch neue Großprojekte können Chancen bieten.

Die mexikanische Wasserwirtschaft bietet angesichts des nach wie vor geringen Grads der Abwasserbehandlung riesige Potenziale, die sich jedoch nur schwer in konkrete Projekte umsetzen lassen. Nach Angaben der Wasserbehörde Conagua (Comision Nacional de Agua) hat sich der Anteil des gereinigten Wassers am gesamten Abwasser von 2013 bis Ende 2017 zwar von 47,5 auf 70 Prozent erhöht. Der Verband der privaten Wasserunternehmen Aneas (Asociacion Nacional de Empresas de Agua y Saneamiento de Mexico) geht in der Praxis allerdings von geringeren Werten aus.

"Wir schätzen, dass nur rund 15 Prozent des gesammelten Abwassers entsprechend den Normen gereinigt wird, da viele der bestehenden Kläranlagen nicht richtig funktionieren", sagt Roberto Olivares, Geschäftsführer der Aneas. "Conagua musste in den vergangenen zwei Jahren Kürzungen von rund 38 Prozent ihres Budgets hinnehmen. Diese Mittel fehlen bei der Bezuschussung der kommunalen Wasserversorger, um Anlagen zu modernisieren und zu erweitern." Die Gebühreneinnahmen reichen in der Regel lediglich, um die operativen Kosten zu decken.

Quelle: GTAI - Germany Trade & Invest