Nafta-Debatte drückt auf den Wechselkurs / Asiatische Anbieter mit hohen Zuwächsen / Von Florian Steinmeyer (Mai 2017)
Mexiko konnte die Ausfuhren wichtiger Industriegüter wie Kfz, Elektronik und verarbeitete Produkte in den letzten Jahren steigern und bezog dafür mehr Maschinen, Ausrüstung und Vorprodukte aus dem Ausland. Zum Haupt-Absatzmarkt USA gibt es jedoch durch die Wahl Donald Trumps Fragezeichen. Die künftige Entwicklung des mexikanischen Außenhandels hängt stark von den bevorstehenden Neuverhandlungen des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta ab.
Mexiko ist durch Freihandelsabkommen mit 46 Ländern eine der offensten Volkswirtschaften weltweit. In Lateinamerika führt das Land klar die Liste der größten Import- und Exportnationen an. Der gesamte Außenhandelswert ist etwa doppelt so hoch wie derjenige Brasiliens. Allerdings sind sowohl die Ein- als auch die Ausfuhren stark auf die USA ausgerichtet. Die Industrie, insbesondere der Kfz-Sektor, hat in den vergangenen Jahren gegenüber anderen Wirtschaftsbereichen an Bedeutung gewonnen. In der Konsequenz ist Mexiko heute wesentlich weniger abhängig von Erdölexporten als noch vor zehn Jahren.
Die starke Abwertung des mexikanischen Peso in den Jahren 2015 und 2016 begünstigt zwar die Exportwirtschaft, führt allerdings auch dazu, dass Konsum- und Kapitalgüter sowie insbesondere Vorprodukte aus dem Ausland für mexikanische Firmen teurer werden. Die Schwäche des Peso wird voraussichtlich solange anhalten, bis Gewissheit über die Zukunft des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta besteht. Eine Einigung wird frühestens 2018 erwartet.


