Indonesien ist von Milchimporten abhängig. Im Jahr 2022 wurde für sie der Rekordwert von 2 Milliarden US-Dollar (US$) aufgewendet. Dabei reflektiert diese Summe längst nicht die gesamte mögliche Nachfrage, denn beim Import von Milch (und vielen anderen Nahrungsmitteln und Agrarrohstoffen) legt die Regierung strenge Quoten fest. Die daraus resultierende Knappheit spiegelt sich an den Preisen im Supermarktregal wider: Ein Liter Milch kostet 2 US$, für ein halbes Pfund Butter und Käse oder 500 Gramm Joghurt werden jeweils gar 5 US$ verlangt. Milch und Milchprodukte sind Güter für die wachsende obere Mittelschicht.
Urgrund dieser Preisauswüchse ist die schwache heimische Milchproduktion. Sie kann nur etwa ein Fünftel des Bedarfs decken. Der Milchkuhbestand ist mit knapp 600.000 Tieren viel zu gering. Die Kühe geben laut einer Studie des Center for Indonesian Policy Studies (CIPS) im Schnitt nur 10 bis 15 Liter Milch am Tag. Das Statistikamt Badan Pusat Statistik (BPS) hingegen gibt 26 Liter an, das entspräche fast dem Output von Hochleistungskühen aus Milchwirtschaftsbetrieben in Industrienationen.


