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Belarus

Minsk nimmt neuen Anlauf für Privatisierungen


Belarus gerät bei der Privatisierung stark unter Erfolgsdruck. Unternehmensanteile in Höhe von 5 Mrd USD muss der Staat veräußern, um die Bedingungen des Antikrisenfonds der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (Eurasec) zu erfüllen. Jährliche Privatisierungen in dieser Höhe sind Teil der Verpflichtung für die Gewährung eines Kredits im Volumen von insgesamt 3 Mrd USD. Das Staatliche Komitee für Eigentum in Belarus (GKI) wurde erneut von der Regierung beauftragt, eine Liste von Unternehmen zur Privatisierung zu erstellen, mit deren Veräußerung noch im laufenden Jahr rund 2,5 Mrd USD eingenommen werden sollen.

Der Erste Vizepremier Wladimir Semaschko hatte Ende des Jahres die Bereitschaft der Behörden erklärt, 10 bis 15% der Aktien am Düngemittelkonzern Belarus Kali sowie Anteile an der Raffinerie Naftan zu veräußern. Den Wert von BelarusKali gab Semaschko mit 34 Mrd bis 36 Mrd USD an. Das GKI bereitet zudem laut Agenturmeldungen erneut die Privatisierung des Haushaltschemikalienherstellers Barchim vor. Das Bieterverfahren soll in Kürze beginnen. Der Staat kontrolliert bislang über die Holding Belneftechim 99,6% der Anteile von Barchim. Zudem werden der Regierung zufolge 2013 die Pläne für ein Joint Venture des belarussischen Nutzfahrzeugeherstellers Mas und des russischen Lkw-Produzenten Kamas weiter verfolgt. Auch der Verkauf von staatlichen Anteilen am Mobilfunkunternehmen MTS ist weiter im Gespräch.

Im Krisenjahr 2011 hatte Staatspräsident Alexander Lukaschenko bereits den kompletten Verkauf von Belarus Kali für 30 Mrd USD in Aussicht gestellt. Jüngst betonte er aber, jetzt in keinem Fall die Mehrheit an dem Düngemittelhersteller veräußern zu wollen. Belarus Kali, das führende Unternehmen der chemischen Industrie, ist hauptsächlich im Export tätig und Hauptdevisenbringer des Landes. Belarus Kali zählt mit der russischen Ural Kali und dem kanadischen Weltmarktführer Potash Corp weltweit zu den drei größten in der Gewinnung von Kalisalzen tätigen Unternehmen. Im vergangenen Jahr wurden in Belarus rund 4,8 Mio t Pottasche erzeugt; das waren 9% weniger als 2011. Belarus Kali verkauft Mineraldünger in mehr als 50 Länder, wobei die größten Abnehmer Brasilien, China und Indien sind. Der Düngemittelhersteller kontrolliert 16% des Weltmarktes für Pottasche. Im Konzern sind zurzeit rund 18.400 Arbeitskräfte beschäftigt.

Quelle: NfA online 5.3.13