Moderatere Zollpolitik brächte spanischen Unternehmen Vorteile | Special | US-Wahl
Der Machtwechsel in den USA nährt die Hoffnung auf weniger Zollstreitigkeiten. Zudem zeichnen sich bessere Chancen für Unternehmen aus den Bereichen Energie und Infrastruktur ab.
11.11.2020
Von Oliver Idem | Madrid
Für Spanien sind die USA ein mittelgroßer Handelspartner. Importe und Exporte machen jeweils rund 4 Prozent des Gesamtwertes aus.
Im Oktober 2019 trafen neu eingeführte Zölle der USA die spanischen Nahrungsmittelexporteure. Für wesentliche Warengruppen wie Olivenöl, Wein, Oliven und Käse verschlechterte sich die Wettbewerbsfähigkeit auf dem US-Markt. Nach einer sprunghaften und offensiven Außenhandelspolitik in der Ära Trump besteht nun die Chance auf mehr Kooperation.
Automobilzulieferer wie CIE Automotive und Gestamp litten in den vergangenen Jahren besonders unter der US-Zollpolitik. Für sie könnte mehr handelspolitischer Dialog zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union Vorteile bringen.
Für die international aufgestellten spanischen Bau- und Infrastrukturkonzerne sind die USA bereits ein wichtiger Markt. Laut der Wirtschaftszeitung Expansión stammen 44 Prozent des Umsatzes von ACS aus dem US-Geschäft. Acciona, Ferrovial, OHL und Sacyr führen ebenfalls Aufträge im Land aus. Abertis stand im November 2020 vor dem Markteintritt in den USA. Von einem Ausbau oder der Erneuerung der Infrastruktur könnten diese Unternehmen profitieren.
Für die spanische Regierung zählt der klimafreundliche Umbau des Landes zu den Kernprioritäten. Im neuen US-Präsidenten Joe Biden dürfte sie eher einen Verbündeten finden als in seinem Vorgänger. Spanische Unternehmen wie Iberdrola, Elecnor und Naturgy dürften mit Interesse beobachten, wie sich das Projektgeschehen entwickelt.
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