Trotz der weltweiten Krise konnten viele multinationale Hersteller von Nahrungs-und Genussmitteln sowie von nicht langlebigen Konsumgütern auch in den vergangenen Monaten gute Geschäfte in Brasilien machen. Die weltweiten Verluste einiger Gesellschaften wie Kraft Foods, Coca-Cola, Nestlé, Lego, Unilever, Colgate-Palmolive und Danone wurden durch die Verkäufe in Brasilien und Lateinamerika sowie in einigen asiatischen Ländern zumindest teilweise kompensiert. Nach Informationen der Wirtschaftszeitung Gazeta Mercantil stieg Brasilien im Vorjahr für Kraft Foods zum weltweit zweitwichtigsten Umsatzmarkt auf. Der Nahrungs- und Genussmittelhersteller konnte im vierten Quartal 2008 nach vorläufigen Zahlen eine Umsatzsteigerung von mindestens 10% erzielen. Nach Angaben von Fábio Acerbi, Direktor von Kraft Foods in Brasilien, sind bisher keine negativen Auswirkungen der weltweiten Krise zu spüren. Dies wird von ihm auch darauf zurückgeführt, dass die Konsumenten zwar in vielen Fällen größere Anschaffungen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Auf der anderen Seite haben sie aus diesem Grund mehr Geld z.B. für den Kauf von Nahrungs- und Genussmitteln zur Verfügung. Der Spielwarenhersteller Lego konnte seinen Umsatz auf dem Binnenmarkt im Vorjahr um 21% steigern. Robério Esteves, verantwortlich für das Brasiliengeschäft, erwartet auch in diesem Jahr deutliche Zuwachsraten. „Die Krise wirkt sich kaum auf kleinere Anschaffungen der Konsumenten aus. Anders sieht dies dagegen bei größeren Investitionen aus”, bemerkte der Chef von Lego in diesem Zusammenhang. Nach Informationen des statistischen Bundesamts IBGE (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística) gingen die Konsumausgaben der Haushalte im vierten Quartal 2008 um 2% zurück. Damit wurde erstmals seit 20 Quartalen ein negatives Ergebnis erzielt.
Quelle: Wochenbericht, 31. März 2009 - Eine Gemeinschaftspublikation der Deutsch-Brasilianischen Auslandshandelskammern und von Germany Trade and Invest


