Serbiens Einzelhandel beklagt bereits seit längerem schrumpfende Umsätze. Die Konsumfreude wird durch die hohe Arbeitslosigkeit und reale Kaufkraftverluste gebremst. Eine Trendwende ist vorerst nicht in Sicht. Eine überschaubare Zahl an Handelsketten bemüht sich um die Gunst der Kunden und kämpft um Marktanteile. Ausländische Firmen benötigen für eine erfolgreiche Tätigkeit auf dem recht überschaubaren Markt gute Handelsvertreter und Partner, die aktiv gefördert werden sollten. Serbiens Einzelhandel ist in der jüngeren Vergangenheit stark unter die Räder geraten. Die robuste Entwicklung der Wirtschaft, die seit der Jahrtausendwende gepaart mit spürbaren Zugewinnen bei der Kaufkraft der Bevölkerung über einen längeren Zeitraum anhielt, hatte auch den Einzelhändlern des Landes kontinuierliches Wachstum mit teilweise deutlich zweistelligen Raten beschert. Seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 kriselt der Sektor jedoch stark. Die Umsatzeinbußen bewegten sich seitdem in einer Spannbreite von 0,9% im Jahr 2010 bis hin zu 16,7% im Jahr 2011. Auch hat sich der allgemein positive Trend 2013 in der serbischen Wirtschaft, der das Bruttoinlandsprodukt des Landes um etwa 2% expandieren ließ, vorerst noch nicht bei den Handelsunternehmen niedergeschlagen können. Vorläufigen Angaben zufolge mussten sie im vergangenen Jahr ein Minus von 5,1% hinnehmen. Hauptgrund dafür ist die recht niedrige Kaufkraft der Verbraucher. Die letzten nennenswerten realen Zuwächse der Bruttodurchschnittslöhne weist die offizielle Statistik für die Jahre 2007 und 2008 mit 14,1 und 3,9% aus. Seitdem treten die Realeinkommen mehr oder weniger auf der Stelle. Nachdem die realen Zuwächse im Zeitraum 2009 bis 2011 auf 0,1 bis 0,6% beschränkt geblieben waren, hatte es 2012 Angaben des serbischen Statistikamtes RZS zufolge sogar ein Plus von 1,0% gegeben. Im Jahr 2013 knickte der leicht nach oben weisende Trend der Vorjahre mit einem vorläufigen monatlichen Durchschnittslohn von brutto 60.708 Serbischen Dinar (RSD) oder knapp 537 EUR und einem realen Rückgang im Vorjahresvergleich um 1,9% wieder ins Negative ab. Das verfügbare Einkommen eines serbischen Durchschnittshaushalts (2,84 Personen) lag laut RZS-Daten im 4. Quartal 2013 auf landesweiter Basis bei 58.368 RSD (516 EUR). Insgesamt beliefen sich die Umsätze des serbischen Einzelhandels zuletzt auf rund 10,5 Mrd EUR. Davon wurde das Gros mit knapp zwei Dritteln im traditionell etwas wohlhabenderen Nordteil des Landes, einschließlich der Hauptstadt Belgrad und der Autonomen Provinz Vojvodina, erwirtschaftet.
Serbien
Niedrige Kaufkraft der Verbraucher schwächt Einzelhandel
Quelle: Nachrichten für Außenhandel


