Rund 40% aller Maschinenimporte der Schweiz stammen aus Deutschland. Die Nachfrage auf dem Maschinenmarkt entwickelte sich im vergangenen Jahr positiv. Ursache war die Erholung der Wirtschaft, insbesondere der Industrie, die schnell an Dynamik gewann. Für dieses Jahr sind die Perspektiven weniger freundlich, da schweizerische Unternehmen angesichts der unsicheren Konjunktur in der EU vielfach Investitionen zurückstellen. Im vergangenen Jahr stiegen die Ausrüstungsinvestitionen um 5%. Für 2012 erwartet das Konjunkturforschungsinstitut der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (Kof) lediglich 3,6% Wachstum und für 2013 eine Zunahme um 5,1%. Die hohe Auslastung der Produktionskapazitäten und Rationalisierungsmaßnahmen aufgrund des starken Frankens führten dazu, dass die Ausrüstungsinvestitionen stark expandieren, so die Kof-Konjunkturexperten.
Deutlich zurückhaltender gibt sich die EU-Kommission in ihrer Frühjahrsprognose. Sie erwartet bei den Ausrüstungsinvestitionen einen Zuwachs von 1,5% und für 2013 von 2,5%.
Im ersten Halbjahr verzeichneten die Elektroindustrie, der Maschinenbau, die Metallverarbeitung und die Chemieproduktion einen teilweise deutlichen Rückgang ihrer Umsätze und Auftragseingänge. Ein leichtes Plus verbuchten hingegen die Pharmazie und der Lebensmittelsektor. Die Uhrenherstellung ist die einzige Industriebranche, die volle Auftragsbücher schreibt. Nach Einschätzung des Instituts Bakbasel werden unter den bedeutenden Wirtschaftszweigen des Landes lediglich das Baugewerbe und die Uhrenindustrie eine positive Umsatzentwicklung aufweisen.
Die ungünstige Entwicklung der Industrie beruht vor allem auf einer schwachen Auslandsnachfrage. Schweizerische Exporteure erwarten eine nachlassende Dynamik angesichts des hohen Außenwerts des Franken. Hinzu kommt in diesem Jahr noch eine zunehmende Konjunkturabschwächung in wichtigen europäischen Absatzmärkten. Im Baugewerbe könnten sich Geschäftschancen für die Zulieferer für den Infrastrukturausbau und Wohnungsbau ergeben. Die Bauinvestitionen dürften in diesem Jahr um real 2,5% wachsen. Die zurückliegenden Jahre verliefen für die Bauindustrie sehr erfreulich, insbesondere im Wohnungsbau. Deutlich gesunkene Hypothekenzinsen, eine robuste Wirtschaftsentwicklung, eine sehr gute Beschäftigungssituation, eine starke Zuwanderung sowie ein gestiegener Anspruch an die Wohnraumgröße sorgten für einen starken Nachfrageschub. Anders als vielen europäischen Staaten und den USA war der Schweiz zudem eine Immobilien- und Bauwirtschaftskrise erspart geblieben. Die Aussichten für Firmen, die vom Ausbau und der Modernisierung der Energieinfrastruktur profitieren, sind günstig.


