Die staatliche Ölgesellschaft Petrobras beabsichtigt, im Zeitraum von 2009 bis 2013 insgesamt US$ 174,4 Mrd. zu investieren. Dies entspricht einer Zunahme von beachtlichen 55% gegenüber den im Fünfjahresplan von 2008 bis 2012 geplanten Investitionen. Der Großteil ist für Produktionssteigerungen vorgesehen. Die meisten Marktbeobachter hatten damit gerechnet, dass sich die Investitionen von Petrobras auf dem Niveau des Vorjahres behaupten würden.
Dies wurde mit dem weltweiten Nachfragerückgang nach Rohöl und dem damit verbundenen Preisverfall begründet. Eine massive Ausweitung der Investitionsvorhaben um 55% wurde von der Wirtschaftszeitung Gazeta Mercantil als große Überraschung bezeichnet. Petrobras-Chef José Gabrielli schloss jedoch Kürzungen nicht aus, falls der Erdölpreis unter US$ 37 pro Barel fällt. Pro Tag fliessen im Durchschnitt somit fast R$ 100 Mio in den Sektor. Dieses gewaltige Maßnahmenpaket würde sich mit Sicherheit positiv auf die konjunkturelle Entwicklung Brasiliens auswirken. Über 90% der Investitionen entfallen auf den Binnenmarkt. Für Projekte außerhalb
Brasiliens wurden Mittel in Höhe von US$ 16,8 Mrd. veranschlagt. Von den Gesamtinvestitionen sind knapp US$ 105 Mrd. zur Produktionssteigerung vorgesehen. Mit diesen Geldern will Petrobras die Rohölförderung mittelfristig auf 2,68 Mio. Barrel pro Tag erhöhen. Für die Erdölförderung in tiefen Gewässern warden Mittel in Höhe von US$ 28 Mrd. bereitgestellt. Im Ölfeld Tupi im Santos-Becken soll die Produktion beispielsweise wie geplant 2010 aufgenommen werden. Die Investitionen zur Errichtung von neuen Raffinerien sowie für Transport, Logistik und Vertrieb belaufen sich auf US$ 43,4 Mrd. Die Gesamtaufwendungen für Projekte im
Zusammenhang mit Biokraftstoffen fallen dagegen mit US$ 2,8 Mrd. vergleichsweise niedrig aus.
Quelle: Wochenbericht, 4. Februar 2009
Eine Gemeinschaftspublikation der Deutsch-
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