Polen bereitet sich darauf vor, Hunderttausende von Ukrainern in sein Verwaltungssystem aufzunehmen, was die dauerhafte Einwanderung von Ukrainern nach Polen und in andere EU-Länder in der Zukunft erleichtern könnte.
Polen verfügt über ein Registrierungssystem, bei dem Bürger und Ausländer mit einer Daueraufenthaltsgenehmigung eine einmalige elfstellige Nummer erhalten, die als PESEL bekannt ist. Mit dieser Nummer können sie sich zum Beispiel in Banken und Ämtern ausweisen. Das PESEL-System ermöglicht es der polnischen Regierung auch, Datenbanken über jeden Einwohner Polens zu führen.
Der Erhalt einer PESEL-Nummer ist nicht gleichbedeutend mit dem Erwerb der polnischen Staatsbürgerschaft und aller damit verbundenen Privilegien. Sie erleichtert jedoch das tägliche Leben in Polen erheblich, insbesondere für ukrainische Flüchtlinge, die erst kürzlich ins Land gekommen sind.
Inhaber dieser Nummer, darunter auch Flüchtlinge, können zum Beispiel die Teilnahme am Programm 500+ beantragen, das eine monatliche Unterstützung von 500 PLN (107 €) für Personen mit mindestens zwei Kindern vorsieht.
Die polnische Regierung eröffnete am Mittwoch (16. März) in Krakau die erste zentrale Registrierungsstelle für Ukrainer, die eine PESEL-Nummer beantragen möchten. Am 19. März soll im Nationalstadion in Warschau eine größere Registrierungsstelle für PESEL-Nummern eröffnet werden.
Obwohl die Regierung Vorbereitungen für diese Massenausgabe von PESEL-Nummern getroffen hat, haben sich in den Ämtern bereits lange Schlangen gebildet.
„Wir bitten Sie, nicht alle am ersten oder zweiten Tag zu den Ämtern zu gehen. Wir können den Betrieb der Verwaltung dadurch nicht blockieren. Jeder wird die Hilfe bekommen, die er braucht“, sagte Paweł Szefernaker, stellvertretender Leiter des Innenministeriums.
Die massenhafte Integration ukrainischer Flüchtlinge in das polnische und damit europäische Verwaltungssystem könnte sich auf die zunehmende ukrainische Migration in EU-Länder auswirken. Ukrainer, die dauerhaft auf dem Gebiet der EU leben und nicht in ihr Land zurückkehren möchten, auch wenn der Krieg mit Russland vorbei ist, können dieses PESEL nutzen, um Kredite aufzunehmen, einen Arbeitsplatz zu finden und Zugang zu medizinischer Versorgung zu erhalten.


