Die Visegrad-Länder, die nach den Syrien-Flüchtlingswellen die Grenzen dicht machen wollten, empfangen nun „freiwillig“ Hunderttausende von Flüchtlingen aus der Ukraine in ihren Ländern.
Laut der EU-Kommissarin für Inneres, Ylva Johansson, haben die EU-Länder bereits über 300.000 ukrainische Migranten aufgenommen. Diese Zahl wird in den kommenden Tagen und Wochen voraussichtlich in die Millionen gehen.
Für Menschen, die aus dem Land fliehen, stellt Mitteleuropa einen sicheren Anlaufpunkt dar. Polen, die Slowakei und Ungarn grenzen direkt an die Ukraine und bieten derzeit Flüchtlingen, die Schutz suchen, Hilfe an.
„Wir werden jeden aufnehmen, der Hilfe braucht. Die ukrainische Gesellschaft ist zunehmend verängstigt und gestresst. Wir sind bereit, zehn-, hunderttausende ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen“, sagte Premierminister Mateusz Morawiecki in einem Interview für deutsche Medien.
Gesundheitsminister Adam Niedzielski kündigte an, dass die Flüchtlinge von der Quarantänepflicht befreit werden, die sonst nach dem Überschreiten der Grenze erforderlich werden würde. Auch ukrainische Staatsbürger:innen dürfen sich in Polen kostenlos auf Corona testen und impfen lassen.
Ukrainer:innen können außerdem in den nächsten vier Wochen kostenlos mit dem Zug reisen. Sie dürfen auch ihre Haustiere mit nach Polen bringen.
Die Polen organisieren große Wohltätigkeitsveranstaltungen, sammeln Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel und spenden Blut. Hunderte von polnischen Fahrer:innen haben sich in der Nähe des Grenzübergangs versammelt, um den Flüchtlingen zu helfen, kostenlos in die Städte zu gelangen. Die Menschen sind auch bereit, Flüchtlinge bei sich zu Hause aufzunehmen.


