direkte Bereichesauswahl

Brasilien

Politische und wirtschaftliche Krise in Brasilien dehnt sich aus


BIP-Prognose für 2017 nach unten revidiert
Von Edwin Schuh

São Paulo (GTAI) - Die brasilianische Wirtschaft tut sich schwer, wieder auf die Beine zu kommen. Das BIP nahm im 3. Quartal um 0,8% gegenüber dem Vorquartal ab und ist nun schon seit 21 Monaten im Minus. Insgesamt hat Brasilien in der Krise einen BIP-Rückgang von 8,6% akkumuliert. Die größte Enttäuschung waren im 3. Quartal die Investitionen, die um 3,1% zurückgingen. Das verarbeitende Gewerbe sank um 2,1% und der Bausektor um 1,7%, während der Rohstoffabbau dank steigender Förderung zulegen konnte.

Enttäuschend waren auch die Zahlen zur Industrieproduktion: sie sank im Oktober 2016 um 1,1% gegenüber September. Von 24 Industriezweigen waren 20 rückläufig, allen voran der Kfz-Sektor (-4,5%). Die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Rezession wurde inzwischen aufgegeben, Analysten erwarten erst ab Mitte 2017 wieder eine leicht wachsende Wirtschaft. In der wöchentlichen Focus-Umfrage der Zentralbank wird die BIP-Prognose für 2017 seit sieben Wochen in Folge nach unten revidiert und sieht nun nur noch ein mageres Wachstum von 0,8%. Positiv wurde jedoch die Zinssenkung der Zentralbank auf 13,75% aufgenommen. Experten halten eine Absenkung auf 10,00% im nächsten Jahr für möglich, was die Unternehmensinvestitionen und den Konsum ankurbeln würde.

Quelle: GTAI - Germany Trade and Invest