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Bosnien und Herzegowina

Produktmärkte in Bosnien und Herzegowina profitieren vom Konjunkturhoch


Dank der guten Konjunktur gibt es ein Nachfrageplus in zahlreichen Branchen. 

So steuern die Verkäufe von fabrikneuen Pkw in 2017 das zweite Jahr in Folge auf ein markantes Plus zu. Von Januar bis Mai wurde das Absatzergebnis des entsprechenden Vorjahreszeitraums um 20% übertroffen. Jedoch werden die Gebrauchtwagen mittel- bis langfristig tonangebend bleiben. 

Die Maschinenbauer dürften den leichten Fertigungsrückgang von 2016 deutlich kompensieren. Von Januar bis Ende Juni weiteten sie ihre Fertigung um fast 10% aus, was das Investitionsverhalten der Unternehmen positiv beeinflussen sollte. 

In der Herstellung von chemischen Substanzen wird auf ein Wachstum von 20% zugesteuert. Dies ist vor allem der guten Exportnachfrage zu verdanken. 

Die Energieversorgung wird auch langfristig überwiegend auf Braunkohle basieren. Dies lässt sich anhand des beabsichtigten Kapazitätenausbaus in dem Bereich schlussfolgern. Ebenfalls soll zukünftig die Wind- und Wasserkraft mehr genutzt werden. Der Bau von Windparks in Podvelezje und Hrgud wird fokussiert. Im Bereich Wasserkraft wird man an der Drina und am Neretvica aktiv. 

Die Baukonjunktur in Bosnien und Herzegowina kommt weiterhin nicht richtig in Fahrt. Im Jahresvergleich sank der Wert der erbrachten Bauleistungen im ersten Quartal 2017 um 3,5%. Im Bereich Wohnungsbau wurden 2016 ein Drittel mehr Wohnungen fertiggestellt als 2015. Jedoch bleiben die Zahlen in 2017 bisher hinter den Erwartungen zurück. Allerdings wurden in allen Sparten des Sektors mehr Baugenehmigungen erteilt, was sich mittelfristig in mehr Aufträgen niederschlagen dürfte. 

Im Gesundheitswesen ist der Modernisierungsbedarf sehr hoch. Es fehlt jedoch an Geld, um die Versorgungsqualität nachhaltig verbessern zu können. Daher sind internationale Geldgeber wie die Europäische Investitionsbank oder die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) bei größeren Vorhaben involviert.

Wenn auch seit 2008 in Bosnien und Herzegowina keine Pkw mehr hergestellt werden, sind jedoch zahlreiche ausländische Zulieferer vor Ort und bauen ihr Engagement aus.

Der mit Abstand wichtigste Zweig im verarbeitenden Gewerbe ist die Herstellung von Nahrungsmitteln und Getränken. Anpassungsbedarf besteht durch die Beitrittsperspektive zur Europäischen Union hinsichtlich der auf der EU-Binnenmarkt geltenden Hygiene- und Sicherheitsstandards. Halal-Lebensmittel sind eine stark expandierende Nische mit Exportpotential. 

Im Umweltsektor besteht Nachholbedarf. Aus- und Neubau im Wasser- und Abwassersektor sowie im Bereich Abfallwirtschaft und Recycling kommt oft nur mit Hilfe von ausländischen Geldgebern zustande.

Quelle: www.gtai.de