Regierung versteigert Kontingente für erneuerbare Energien | Branchen | Spanien | Energie
Im Januar 2021 hat die spanische Regierung rund 3 Gigawatt Fotovoltaik- und Windkapazitäten versteigert. Weitere rund 16 Gigawatt folgen in den kommenden vier Jahren.
29.01.2021
Von Oliver Idem | Madrid
Am 26. Januar 2021 hat die spanische Regierung in einer Auktion Kontingente für Fotovoltaik, Windkraft und eine technologieoffene Tranche verteilt. Diese Versteigerungen sind die wichtigste staatliche Maßnahme zum Ausbau erneuerbarer Energien. Die im Januar erfolgte Auktion war ursprünglich für 2020 geplant, wurde aber aufgrund der Coronakrise verschoben.
Insgesamt ersteigerten die teilnehmenden Unternehmen knapp 3,1 Gigawatt Kapazitäten. Davon wurde ein Gigawatt technologieneutral versteigert. Den veröffentlichten Ergebnissen zufolge entfiel das nicht technologiegebundene Kontingent vollständig auf Fotovoltaik.
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Kapazität gesamt |
3.092,2 |
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Fotovoltaik |
2.095,2 |
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Windkraft |
997,0 |
An der Auktionsrunde nahmen insgesamt 85 Bieter teil. Die höchsten Kontingente konnten sich Capital Energy (620 Megawatt Windkraft) und X-Elio (315 Megawatt Fotovoltaik) sichern.
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Unternehmen |
Kapazität gesamt |
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X-Elio |
315,0 |
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Iberdrola |
243,0 |
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Naturgy |
197,0 |
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Solaria |
180,0 |
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Elawan (Gestamp Wind) |
175,0 |
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Garnacha (IB Vogt) |
150,0 |
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Ignis |
125,0 |
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Acciona |
106,6 |
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EDPR |
98,4 |
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Hanwha |
86,0 |
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Engie |
85,0 |
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übrige |
334,2 |
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gesamt |
2.095,2 |
Elawan Energy erhielt den Zuschlag für insgesamt 280 Megawatt, bestehend aus 175 Megawatt Fotovoltaik und 105 Megawatt Windkraft. Die Konkurrenten EDPR und Naturgy boten ebenfalls für Projekte aus beiden Kategorien.
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Unternehmen |
Kapazität gesamt |
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Capital Energy |
620 |
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Greenalia |
135 |
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Elawan |
105 |
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EDPR |
45 |
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Enerfín |
40 |
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Naturgy |
38 |
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Eurus |
14 |
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gesamt |
997 |
Die Gebotsrunde im Januar 2021 war die erste Versteigerung unter einem neuen Schema namens Régimen Económico de Energías Renovables (REER). Es soll in Kombination mit der Auktionsplanung bis 2025 einen berechenbaren Rahmen für Investoren bieten. Im Internetauftritt des Ministeriums für die Energiewende befindet sich eine Seite mit Fragen und Antworten zu den neuen Regeln.
In deren Rahmen geben Unternehmen Angebote für verschiedene Anlagen ab und weisen diesen Preise zu, zu denen sie zum Stromverkauf bereit sind. Es muss sich um neue Installationen oder Erweiterungen bestehender Anlagen handeln. Der Standort muss sich auf dem Festland befinden und somit Teil des dortigen Stromnetzes sein. Eingereicht werden können Vorschläge für Anlagen ohne Speicher oder solche, bei denen ein Speichersystem ausschließlich für die Energie aus der Anlage genutzt wird.
Durchschnittspreise von etwa 25 Euro bei den GebotenDie Gebote der Unternehmen lagen laut Medienberichten weit unterhalb der Erwartungen. Die Durchschnittspreise betrugen 24,47 Euro pro Megawattstunde Fotovoltaik und 25,31 Euro bei Windenergie. Die Bandbreite der erfolgreichen Gebote rangierte bei Solarprojekten von 14,89 bis 28,90 Euro und bei Windkraft zwischen 20 und 28,89 Euro.
Diese Resultate zeigen das Potenzial der erneuerbaren Energien, in Spanien fossile Energiequellen auf Marktbasis zu verdrängen. Die Auktion im Januar wurde von lokalen und internationalen Branchenunternehmen sehr gut angenommen. Insgesamt wurden von 85 Auktionsteilnehmern Gebote für 9,7 Gigawatt abgegeben, also circa das Dreifache der tatsächlich versteigerten Kapazität.
Laut dem Ministerium für die Energiewende wird die Umsetzung der Projekte Investitionen von insgesamt 2,1 Milliarden Euro mobilisieren. In dieser Summe fasst das Ministerium die Herstellung der benötigten Ausrüstung und den Bau der Anlagen zusammen.
Geregelter Zeitplan für die Umsetzung der VorhabenDie Gewinner der Ausschreibung müssen zunächst innerhalb von zwei Monaten die Eintragung in das elektronischen Register des REER beantragen. Das neue Regelwerk setzt auch Fristen für die endgültige Fertigstellung der Projekte. Fotovoltaikanlagen müssen laut dem Ministerium vor dem 28. Februar 2023 realisiert sein. Für Windkraftanlagen endet die Umsetzungsphase ein Jahr später: Vor dem 29. Februar 2024 müssen die Arbeiten an ihnen beendet sein.
Auktionen tragen zum Erreichen der Ausbauziele des spanischen Klimaplans beiDie Auktionen fügen sich in die Ziele des Energie- und Klimaplans Plan Nacional Integrado de Energía y Clima 2021-2030 (PNIEC) ein. Dieser sieht vor, insgesamt 60 Gigawatt neue Kapazitäten zu installieren. Damit soll das Ziel erreicht werden, 74 Prozent der Energie 2030 aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen. Ein Drittel des Ausstoßes von Treibhausgasen könnte auf diese Weise eingespart werden.
Im November 2020 präsentierte die spanische Regierung ihren Auktionsfahrplan für die Jahre 2021 bis 2025. Demnach sollen 19,4 Gigawatt der angestrebten 60 Gigawatt Zubau an erneuerbaren Energien bis 2025 über Ausschreibungen koordiniert werden.
Das Instrument der Ausschreibungen ist keine grundsätzliche Neuheit in Spanien. Zuletzt waren im Juli 2017 rund 5 Gigawatt Kapazitäten unter 40 Bietern versteigert worden. Damals entfielen circa 3,9 Gigawatt auf Fotovoltaik und mehr als 1,1 Gigawatt auf Windkraft.


