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Russland

Repräsentanzen können in sieben Tagen akkreditiert werden


Registrierungskammer stellt schnelle Bearbeitung in Aussicht / Problemebei Arbeitsvisa für Mitarbeiter / Von Gerit Schulze MOSKAU (DowJones/bfai)--Russlands Staatliche Registrierungskammer will dieAkkreditierung und Eintragung von Repräsentanzen und Filialenausländischer Unternehmen erleichtern und beschleunigen. Auf einerVeranstaltung des Verbandes der Deutschen Wirtschaft in der RussischenFöderation erklärte Behördenleiter Eduard Renow das Prozedere undversprach Hilfe bei Problemen. Innerhalb von sieben Tagen kann dieKammer Filialen und Repräsentanzen registrieren. "Wir wollen, dass nochmehr ausländische Firmen bei uns arbeiten. Sie bringen Spezialistenmit, die unser Land braucht, und heben damit auch das Niveau derrussischen Manager", erklärte der Vorsitzende der StaatlichenRegistrierungskammer des Justizministeriums, Eduard Renow. AufEinladung des Verbandes der Deutschen Wirtschaft in der RussischenFöderation erläuterte er in Moskau Vertretern deutscher Firmen dieArbeit seiner Behörde. Ausländische juristische Personen, die inRussland eine Filiale gründen wollen, kommen an derRegistrierungskammer nicht vorbei. Daneben akkreditiert die Kammer auchRepräsentanzen - neben anderen Organisationen wie der Handels- undIndustriekammer (TPP) - und führt das jeweilige Register derausländischen Filialen und Repräsentanzen in Russland sowie derrussischen Investitionen im Ausland. Die Registrierung von Unternehmeneinschließlich Tochtergesellschaften ausländischer juristischerPersonen in Russland dagegen liegt in der Kompetenz der Steuerorgane.Rechtliche Grundlage für die Akkreditierung von Repräsentanzenausländischer Firmen ist noch immer die Verordnung Nr. 1074 dessowjetischen Ministerrats von 1989. Hinzu kommt das Gesetz Nr. 157-F3"Über die staatliche Regulierung der Außenwirtschaftstätigkeit" von1995. Basis für die Akkreditierung von Filialen ausländischerjuristischer Personen ist die Regierungsverordnung Nr. 1419 aus demJahre 1999. Renow erwartet für die nahe Zukunft ein neues Regelwerk fürdie Arbeit seiner Behörde. Derzeit sind eine Reihe von Dokumenten zurAkkreditierung einer Filiale von ausländischen juristischen Personenund für ihre Eintragung nötig: ein schriftlicher Antrag mitUnterschrift und Firmenstempel, ein Auszug aus dem Handelsregister desHerkunftslands oder ein ähnliches Dokument, die Satzung derMutterfirma, ihre Entscheidung über die Errichtung einer Filiale inRussland, die Geschäftsordnung der Filiale, ein Empfehlungsschreibender Hausbank im Herkunftsland, eine notariell beglaubigte Kopie derGeneralvollmacht über die Ausstattung des künftigen Filialleiters mitden notwendigen Vollmachten, ein Dokument über die Abstimmung derFilialgründung mit der Verwaltung, entsprechende Expertisen vomEnergie- und Umweltministerium, eine Datenkarte derRegistrierungskammer über die Filiale sowie Originalbelege dereingezahlten Gebühren. Für die Anmeldung einer Repräsentanz sind in derRegel die gleichen Unterlagen notwendig. Darüber hinaus muss hier nochein Empfehlungsschreiben des russischen Geschäftspartners beigefügtwerden sowie ein Dokument, das die künftige Anschrift der Repräsentanznachweist. Alle Dokumente aus Deutschland, die im Original nicht aufRussisch verfasst wurden, benötigen eine Apostille zusammen mit einernotariell beglaubigten Übersetzung ins Russische. Die Akkreditierungvon Repräsentanzen wird in der Regel problemlos verlängert, wenn sichder Antragsteller mit einer entsprechende Bitte mindestens 21Arbeitstage vor Ablauf der Gültigkeit an die Registrierungskammerwendet. Wird kein Antrag auf Verlängerung gestellt, gilt die Tätigkeitder Repräsentanz als beendet. Viele Unternehmen scheuen den Gang in dieRegistrierungskammer und lassen das Prozedere von spezialisiertenAgenturen erledigen. Die wissen sofort, welche Dokumente notwendig sindund kennen die jeweiligen Ansprechpartner in der Kammer. Nur jedefünfte Firma akkreditiert ihre Filiale oder Repräsentanz selbst, soEduard Renow. "Allerdings bevorzugen wir durchaus den direkten Kontaktzu denAntragstellern", erklärte der Behördenchef. Nach erfolgreicherAnmeldung der Filialen oder Repräsentanzen ist die Registrierungskammerauch für die Akkreditierung von Mitarbeitern und derenFamilienmitglieder in Russland zuständig. Deutsche Unternehmen beklagenhier häufig zu lange Wartezeiten für die Erteilung der Arbeitsvisa.Teilweise seien sie mehrere Wochen ohne Reisepass, so dass sie wichtigeDienstreisen nicht antreten können. Bis zu einem Monat mussten deutscheFirmenvertreter auf ihre Dokumente warten. Die Registrierungskammerbittet bei solchen Vorfällen unbedingt um einen Hinweis, um dieProbleme schnell zu beheben. Ein weiterer Knackpunkt ist dieTranskription von mit lateinischen Buchstaben geschriebenen Namen indie kyrillische Schrift. Hier kommt es immer wieder zuunterschiedlichen Auslegungen und Abweichungen von der Umschrift aufden Einladungen, die dann in der Praxis zu großen Problemen führen,berichteten deutsche Unternehmer in Moskau. Hier rät dieRegistrierungskammer, bereits bei der Erteilung des Einreisevisumsdurch das Konsulat in Deutschland auf die richtige Schreibweise desNamens zu achten, da sich die Behörde an diese zu halten habe.Ausführliche Informationen zur Akkreditierung und Registrierung vonFilialen und Repräsentanzen sowie zu Pass- und Visafragen vonMitarbeitern hat die Registrierungskammer auf ihrer Homepagewww.palata.ru auf Russisch und Englisch zusammengefasst. Dort könnenauch entsprechende Vordrucke für die Antragstellung heruntergeladenwerden. Kontakt: Gosudarstwennaja Registrazionnaja Palata Tel.:007/495/2 46 72 00 E-Mail: info@palata.ru Internet: www.palata.ruVerband der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation Tel.:007/495/2 34 49 53 E-Mail: verband@vdw.ru Internet: www.vdw.ruQuelle Dow Jones/NfA 18.12.06