Langsam weg vom Auto/ Mehr Privatkonzessionen geplant
Von Oliver Döhne
São Paulo (GTAI) - Das eigene Auto ist in Brasilien noch immer ein wichtiges Statussymbol. Läuft die Konjunktur, boomen die Verkäufe von Kleinwagen an Erstkäufer - trotz Dauerstau, Tagen mit Fahrverbot, hohen Steuern und schlechter Luft. Dass der öffentliche Nahverkehr eine wesentlich smartere Art sein kann, sich in der Großstadt zu bewegen, setzt sich erst langsam durch, zumal das Netz klein ist. Trotzdem wird der Kurs zu mehr Kollektivverkehr Brasiliens Städte in den kommenden Jahren nachhaltig verändern.
Die Zahlen sprechen für sich: 51 Mio. Autos und 21 Mio. Motorräder registrierte die Verkehrsbehörde Denatran im Juni 2016 auf Brasiliens Straßen, während nur rund 12 Mio. Menschen täglich den Stadtbus und 10 Mio. den öffentlichen Schienenverkehr in Anspruch nehmen. Sprich: wer es sich leisten kann, nimmt das Auto. Das Fahrrad bleibt, trotz zahlreicher neuer Fahrradwege und kostenloser Leihstationen in Rio de Janeiro und São Paulo, vorerst Trimmdichgerät oder Wochenendentspannung. Da der schwache Ausbau der Straßen in den vergangenen Jahren nicht mit dem explosiven Wachstum der Fahrzeugflotte Schritt gehalten hat, nimmt der Stau oft kein Ende. Der U-Bahnbau zieht sich und im Vergleich zu anderen globalen Metropolen liegt selbst die brasilianische Nummer eins São Paulo mit rund 78 km weit abgeschlagen zurück.


