Serbien auf Investorensuche
- · Regierung strebt Termin für Beginn von Beitrittsverhandlungen an
- · Starke Nachfrage nach Dinaranleihen fördert Kräftigung der Währung
- · NBS kündigt Lockerung der Geldpolitik nach VPI-Höchststand an
- · IWF-Verhandlungen dürften im Mai beginnenDas Jahr 2013 hat mit der Verlautbarung eines neuen Unterstützungsprogramms
Das Jahr 2013 hat mit der Verlautbarung eines neuen Unterstützungsprogramms
für die Wirtschaft mit viel Schwung begonnen (IT-Sektor, Bauwirtschaft). Darüber
hinaus wird bald ein neuer Reindustrialisierungsplan gestartet, mit dem sowohl
der IT-Sektor als auch Kernindustrie wie die Automobil-, die Nahrungsmittel- und
die Verteidigungsbranchen gefördert werden sollen, wobei insbesondere die drei
zuletzt genannten Industriebereiche im Fokus von VAE-Investoren stehen. Parallel
zum laufenden EU-Beitrittsprogramm verhandelt die Regierung mit den Regierungen
in Aserbaidschan und in Angola über potentielle Investitionen. All dies könnte
den RSD mittelfristig unterstützen. Obwohl die erhöhte Nachfrage nach Dinar-Anleihen
kurzfristig noch einen stabilen EUR/RSD-Wechselkurs gewährleistet, dürften
temporäre Kursschwankungen und eine geldpolitische Lockerung zu einem etwas
schwächeren Dinar führen. Die NBS beließ den Leitzins unverändert bei 11,75 %
im März, zum ersten Mal seit Beginn des Zinserhöhungszyklus im Juni 2012, was
der Startschuss für eine geldpolitische Lockerung aufgrund fallender Inflationsraten
sein könnte.
Die neue Regierungsstrategie, die kostspieligen London-Club-of-Creditors-Schulden
mit auf den internationalen Märkten neu platzierten Obligationen zu ersetzen,
brachte zwischen September 2012 und Februar 2013 eine Staatsschuldenanhäufung
von annähernd EUR 2,9 Mrd. mit sich. Trotz Hedging des Zinsrisikos bedeutet
diese Strategie ein Wechselkursrisiko, weil alle drei Eurobond-Platzierungen
von September 2012 bis Februar 2013 (USD 3,25 Mrd.) USD-denominiert sind,
während die Kapitalflüsse in das Land Euro-denominiert sind. Eine Wiederholung
der Herangehensweise, gefährdeten Unternehmen staatliche Unterstützung zu gewähren,
könnten indessen die geplante Verbesserung der Haushaltsdaten gefährden.
Vom IWF-Besuch im Mai sind einige Kommentare über die Auswirkungen
des Haushaltspakets auf die Daten in Q1 2013 zu erwarten.


