Erfahrungen aus anderen Ländern gefragt
Kuala Lumpur (GTAI) - Ausgediente Elektro- und Elektronikgeräten, der sogenannte "e-waste", soll in Singapur demnächst getrennt eingesammelt und recycelt beziehungsweise speziell entsorgt werden. Damit nimmt die Regierung Hersteller und möglicherweise auch Händler in die Pflicht. Wie in Singapur üblich geschieht dieses aber erst nach eingehenden Konsultationen mit allen Beteiligten. Auch schauen die staatlichen Umweltplaner nach Vorbildern im Ausland, unter anderem nach Deutschland. (Kontaktadresse)
Singapur mit einem der höchsten Pro-Kopf-Aufkommen an Elektro- und Elektronikschrott in Asien will den stetig wachsenden Müllberg in den Griff bekommen. Hierzu arbeitet die Regierung in Konsultation mit Herstellern und Konsumenten einen Strategieplan aus, der sich bereits in Umrissen abzeichnet. Demnach wird die öffentliche Hand die Hersteller von elektrischen und elektronischen Geräten und möglicherweise auch Händler verpflichten, die verkauften Produkte wieder zurückzunehmen. Diese müssen sie dann recyceln oder ordnungsgemäß entsorgen.
Mit Hilfe dieses Ansatzes, der als erweiterte Herstellerverantwortlichkeit (Extended Producer Responsibility) bekannt ist, wird die Regierung bestimmte Einsammelziele für die Unternehmen bestimmen. Werden sie nicht erreicht, drohen Strafen, erklärte laut Presseberichten der Umweltminister Masagos Zulkifli. Es werde jedoch eine Übergangsperiode geben beispielsweise mit niedrigeren Zielsetzungen in der Anfangsphase. Hierbei schaut Singapur auch auf die Erfahrungen von Ländern, die bereits solch ein Sammelsystem haben wie beispielsweise Deutschland und Schweden.
In Singapur fallen jedes Jahr mehr als 60.000 Tonnen "e-waste" (Abfälle aus Elektro- und Elektronikgeräten) an. Nach Einschätzung der Umweltbehörde National Environment Agency wächst die Menge jährlich um 5 Prozent. Mit 20 Kilogramm pro Kopf im Jahr 2015 produziert der Stadtstaat die zweithöchste E-Müllmenge in der Region. Hong Kong lag mit 21,7 Kilogramm noch darüber, so eine Studie der United Nations University.


