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Slowakei

Slowakei verliert Hochschulabsolventen


Wenn die Slowakei ihre junge Generation aus dem Ausland zurückgewinnen will, muss der Staat bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen im Land sichern. Dies behauptet die Unternehmensallianz der Slowakei PAS, die vor kurzem eine Untersuchung der Zukunftspläne der im Ausland studierenden Slowaken durchführte.

Laut dieser Untersuchung will die Hälfte der Studenten nach dem Universitätsabschluss im Ausland bleiben, womit die Slowakei gut ausgebildete Menschen verliert. Dieser Trend ist in den letzten zehn Jahren gestiegen und dynamischer als im restlichen Europa. PAS zufolge könnten zur Rückkehr der Absolventen vor allem höhere Gehälter beitragen. Der zweithäufigste Grund für die Befragten war Ordnung und Prosperität der Slowakei. Diese Forderungen werden vor allem mit einer Änderung der politischen Situation im Land erklärt.

Beinahe neun Prozent der Befragten würden zurückkommen, wenn sie in der Slowakei eine passende Arbeit finden könnten, sieben Prozent, wenn sich die politische Situation im Land ändern würde, in dem sie studieren. Jeder zwanzigste Student gab an, dass ihn zur Rückkehr Finanzförderungen der Regierung anlocken würden, nur drei Prozent werden durch die persönliche Beziehung zur Heimat beeinflusst.

Die Unternehmensallianz macht darauf aufmerksam, dass im Jahr 2012 im Ausland laut Eurostat 14 Prozent Slowaken studierten, was der drittgrößte Anteil EU-weit nach Luxemburg und Zypern ist. Die meisten Slowaken absolvieren ihr Hochschulstudium in der Tschechischen Republik. Zurzeit sollen laut Eurostat bis zu 27 000 Slowaken in EU-Ländern studieren. Nach Tschechien sind Deutschland, Österreich, Großbritannien, Frankreich, Dänemark und Ungarn beliebt. Außerhalb der EU vor allem USA, Kanada und Australien.

Für die PAS ist die große Anzahl der Studenten im Ausland kein Proble, sofern diese nach ihrem Abschluss wieder in die Heimat zurückkehren würden. Wenn nicht, verliert die Slowakei nicht nur das intellektuelle Potenzial, sondern auch aktive Zahler in die Sozial-, Gesundheits- und Rentenversicherung. Aus langfristiger Sicht bedeutet es für das Land einen Verlust, da der Staat die soziale und gesundheitliche Fürsorge dieser Menschen in ihrer Kindheit finanzierte.

Die PAS-Untersuchung wurde im Oktober 2015 unter 132 Menschen durchgeführt, die im Ausland arbeiten und 81 Menschen, die dort noch studieren.

Quelle: Pressburger Zeitung