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Spanien will Lücken im Mittelmeerkorridor schneller schließen


Spanien will Lücken im Mittelmeerkorridor schneller schließen | Branchen | Spanien | Schienenverkehr

Spanien will durch EU-Gelder und beschleunigte Verwaltungsprozesse den Mittelmeerkorridor zügig vollenden. Verzögerungen betreffen Bahnstrecken im Süden und Osten des Landes.

27.11.2020

Von Oliver Idem | Madrid

Spanien will seinen Teil zum länderübergreifendes Verkehrsprojekt Mittelmeerkorridor schneller beitragen. Das Vorhaben gehört zu den transeuropäischen Verkehrsnetzen TEN-T und umfasst die multimodale Anbindung der Häfen im westlichen Mittelmeergebiet an das Zentrum der Europäischen Union (EU).

Nach der Fertigstellung wird der Verkehrsweg über 3.500 Kilometer von der ungarisch-ukrainischen Grenze bis zur Hafenstadt Algeciras im Südwesten Spaniens führen. Dieses Gebiet repräsentiert laut der Wirtschaftszeitung Expansión 54 Prozent der Bevölkerung und 66 Prozent der Wirtschaftsleistung der EU.

Der spanische Haushaltsentwurf für 2021 sieht rund 1,98 Milliarden Euro für das Projekt vor, so Verkehrsminister José Luis Ábalos im November 2020. Zudem erarbeitet die Regierung ein Gesetzesdekret, um die Verfahren zu beschleunigen und Hindernisse für die Investitionen aus dem Weg zu räumen.

Einen Impuls liefern auch die eingeplanten Hilfsgelder der EU. Das Vorhaben passt durch den Aufbau eines digitalisierten, intermodalen Verkehrsnetzes und die Reduzierung von Emissionen zu den EU-Zielen.

Das Netzwerk würde Spanien neue Möglichkeiten eröffnen, da Güter momentan vorwiegend auf der Straße transportiert werden. Insgesamt 14 Abschnitte gehören zu dem Projekt. Größere Verzögerungen verzeichnen die Strecken Antequera-Algeciras, Beniel-Murcia sowie Murcia-Cartagena. Auch der Bau einer dritten Fahrspur zwischen La Encina und Alicante kommt bislang deutlich langsamer voran als geplant.

Quelle: GTAI