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Spanien

Spaniens Nahrungsmittelindustrie erwartet Umsatzrückgang


Der Produktionswert spanischer Lebensmittel und Getränke könnte 2020 um bis zu 10 Milliarden Euro zurückgehen. Die Nachfrage schwächelt im Inland und Ausland.

Von Oliver Idem | Madrid

In seiner Prognose vom 10. Juni 2020 erwartet der Fachverband Federación Española de Industrias de la Alimentación y Bebidas (FIAB), dass erst 2022 wieder der Produktionswert von 2019 erreicht werden kann. Dieser betrug 119,2 Milliarden Euro. Der Wert für 2020 soll um bis zu 10 Milliarden Euro darunter liegen.

Schwäche der Gastronomie schlägt auf die Nahrungsmittelindustrie durch 

Die Branche galt zwar während der Coronapandemie als essenzieller Sektor ohne Produktionseinschränkungen, litt aber unter einer schwachen Nachfrage. Etwa 30 Prozent der Nahrungsmittel und Getränke werden für die inländische Gastronomie hergestellt. Manche Unternehmen machen 80 Prozent des Umsatzes mit Kunden aus diesem Bereich.

Der Kollaps des Tourismus mit minus 100 Prozent bei Übernachtungen im April 2020 sowie minus 99,2 Prozent im Mai gegenüber dem Vorjahr konnte nicht aufgefangen werden. Fast alle Hotels, Restaurants und Cafés waren während der Krise für sechs Wochen geschlossen.

Aussichten für Exporte verschlechtern sich 2020 ebenfalls

FIAB geht davon aus, dass 2020 auch von den Exporten kein Rückenwind kommt. Die Ausfuhren erreichten 2019 noch 32,4 Milliarden Euro. Für 2020 wird mit einem wertmäßigen Rückgang von 6 bis 11 Prozent gerechnet. Von den Lieferungen gehen 64 Prozent in die Europäische Union und 36 Prozent in andere Länder. Das derzeitige Hauptproblem ist die globale wirtschaftliche Unsicherheit. Bereits im Vorjahr sorgten Zölle der USA und der Brexit für ein schlechtes Exportklima.

Quelle: GTAI