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Mexiko

Staatliche Maßnahmen sollen Mexikos Hochbau ankurbeln


Nach der kräftigen Erholung seit Mitte 2014 ist der Hochbau in Mexiko Mitte 2015 nur verhalten gewachsen. Der Privatsektor tätigt etwa 85% der Bauinvestitionen im Hochbau. Damit litt er 2015 weniger stark unter den Haushaltskürzungen infolge des Ölpreisverfalls. Die schwächere Bauaktivität seit Mitte 2015 dürfte auch darauf zurückgehen, dass sich weniger Haushalte einen Kauf einer Wohnung oder eine Erweiterung leisten wollen. Hier will der Staat mit Maßnahmen gegensteuern.

Die mexikanische Regierung unter Präsident Enrique Peña Nieto verfolgt eine Kehrtwende in der Wohnungsbaupolitik. Seit 1.1.14 kommen Bauprojekte nach einer neuen Punkteskala in den Genuss von Subventionen. Punkte gibt es für eine Fülle von Kriterien von der Lage in oder in der Nähe von Ballungsräumen, Wohneinheiten pro Hektar, Anschluss an Dienstleistungen und Arbeitsplätze bis zu Fahrradstellplätzen, Solarpanelen und Kinderspielplätzen. Hinzu kommen Kredite für die Instandsetzung von Wohnungen, für den Kauf gebrauchter Wohnungen sowie für die Anmietung. In den vergangenen Jahren waren Wohnsiedlungen fernab der Städte und mit unzureichender infrastruktureller Anbindung entstanden. Viele Wohnungen waren daher verlassen worden. Im Förderzeitraum 2015 wurden die Kreditobergrenzen von der staatlichen Bausparkasse Infonavit angehoben und die Anforderungen für Subventionen gelockert. Damit erhalten auch Projekte für Versicherte mit höheren Einkommen Zuschüsse.

Nach der jährlichen Schätzung der staatlichen Entwicklungsbank SHF für 2014 weisen 8,9 Mio. Haushalte (28,3%) von insgesamt 31,7 Mio. in Mexiko einen Rückstand bei der Wohnsituation auf. 8,16 Mio. Wohnungen wurden mit minderwertigen Materialien wie Wellblechdächern und -wänden oder Lehmziegeln errichtet, sind aber in brauchbarem Zustand. Bei 935.366 Haushalten sind die Behausungen beschädigt. Bei den restlichen 580.319 Haushalten wohnen zwei oder mehr Haushalte in einer einzigen Wohnung. Davon sind 75% nicht bei den Sozialkassen IMSS oder ISSSTE eingeschrieben und haben kaum Zugang zu staatlich geförderten Krediten. Der Staat versucht schrittweise mehr Arbeitsplätze zu formalisieren und gleichzeitig Kreditprodukte für Nichtversicherte zu entwickeln. Insgesamt erhofft sich die Regierung bis 2018 Investitionen öffentlicher (52,7%) und privater Hand (47,3%) von etwa 110 Mrd. Euro im Wohnungsbau.

Quelle: GTAI - Germany Trade and Invest

Dateien:
gtai_-_mexiko_-_staatliche_massnahmen_sollen_mexikos_hochbau_ankurbeln_-_2015-12-09.pdf