Die Suche nach Investoren, die sich für das eine oder andere Großprojekt interessieren könnten, läuft. So etwa ein zusätzliches Kraftwerk am Fluss Drin mit etwa 350 MW Leistung, mehrere Anlagen am Fluss Vjosa oder acht mittelgroße Staustufen am Fluss Osum.
Für die Nutzung erneuerbarer Energien steht in Albanien vor allem die Wasserkraft. An ihrer tragenden Rolle im Stromsektor wird sich auch so schnell nichts ändern. Im Zuge des weiteren Ausbaus von Kapazitäten in diesem Bereich sowie einer verstärkten Nutzung von Biomasse und Wind könnten 2020 etwa 38% des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen bestritten werden.
Mit weiteren grenzüberschreitenden Stromtrassen soll die Versorgungssicherheit erhöht werden. Albaniens Stromaufkommen stammt traditionell überwiegend aus einigen großen und zahlreichen kleineren Wasserkraftwerken. Mit zuletzt etwa 1.600 MW an installierter Leistung schöpft das Land sein Wasserkraftpotenzial aber nur zum Teil aus. Die nationale Agentur für natürliche Ressourcen (AKBN) schätzt, dass an Albaniens Wasserläufen mit einem gesamten Wasserdurchfluss von durchschnittlich rund 40 Mrd cbm pro Jahr langfristig Kraftwerke mit einer Leistung von bis zu 4.500 MW Strom produzieren könnten. Laut dem nationalen Aktionsplan zur Entwicklung erneuerbarer Energien könnte allein die große Wasserkraft - Anlagen mit einer Leistung von mehr als 10 MW - in Albanien von zuletzt gut 1.400 MW im Zeitraum bis 2020 auf knapp 2.200 MW aufgestockt werden. Parallel dazu soll die installierte Gesamtleistung kleinerer Wasserkraftwerke mit 1 bis 10 MW im Jahr 2020 rund 400 MW erreichen, was gegenüber heute in etwa eine Verzehnfachung der Leistung bedeuten würde. Darüber hinaus wird auch eine verstärkte Nutzung der Wasserkraft mit Hilfe von Kleinstanlagen, die über eine Leistung von jeweils bis zu 1 MW verfügen, angestrebt. Deren Kapazitäten sollen von etwa 30 MW auf bis zu 120 MW im Jahr 2020 ausgebaut werden. Experten gehen jedoch davon aus, dass es alles andere als einfach werden wird, diese Ziele zu erreichen. Zwar ist es privaten Unternehmen aus dem In- und Ausland in Albanien bereits seit längerem möglich, sich über Konzessionen in die Stromerzeugung mit Hilfe der Wasserkraft einzubringen. Und angesichts von deutlich über 400 Konzessionen, die seit 2007 erteilt wurden, scheint bisher auch das Interesse nicht gefehlt zu haben. Doch mit lediglich etwa 70 neuen Anlagen, die in der Zwischenzeit tatsächlich umgesetzt wurden und Strom produzieren, fällt die Ausbeute noch eher überschaubar aus.


