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Republik Korea (Südkorea)

Südkorea plant Rückbau von Kernkraftwerken


Nutzung von Nuklearenergie wird reduziert / Sicherheitsfragen gewinnen an Bedeutung / Von Alexander Hirschle

Die südkoreanische Regierung will den Anteil der Nuklearenergie am Strommix in den kommenden Jahren nach unten schrauben und die Zahl von Atommeilern bis 2038 deutlich reduzieren. Gleichzeitig wird angesichts des Erdbebens in Pohang im Herbst 2017 bei den in Betrieb befindlichen Kernkraftwerken die Sicherheitsfrage neu gestellt. Auch will die Regierung den Aufbau von lokaler Rückbautechnologie fördern. Der Export von Kernkrafttechnologie soll derweil fortgeführt werden.

Die Zahl der Atomkraftwerke in Südkorea soll bis 2038 schrittweise verringert werden. Mit den derzeit in Betrieb befindlichen 24 Reaktoren und den bis 2022 fertiggestellten vier neuen Meilern wird zu diesem Zeitpunkt das Maximum mit 28 Kraftwerken erreicht sein. Bis 2031 soll die Zahl auf 18 und bis 2038 auf nur noch 14 Einheiten nach unten geschraubt werden.

Bereits kurz nach Amtsantritt im Mai 2017 hatte Präsident Moon angekündigt, die Abhängigkeit Südkoreas von Nuklearenergie zu verringern. Die Lebensdauer der in Betrieb befindlichen Meiler solle nicht über 40 Jahre hinaus verlängert werden. Im November 2017 wurde beschlossen, den Bau des dritten und vierten Reaktors des Shin-Hanul-Kraftwerkes sowie der ersten und zweiten Einheit des Cheonji-Kernkraftwerkes auszusetzen. Die Pläne sind umstritten, da schon hohe Summen in die Projektplanung investiert wurden. Die Reaktoren Shin-Hanul 1 und 2 sowie Kori 5 und 6 sollen hingegen gemäß der ursprünglichen Pläne fertiggestellt werden.

Quelle: GTAI - Germany Trade & Invest