BRÜSSEL(AP)--Mit dem Bau eines neuen Rechenzentrums in der Schweiz will derFinanzdienstleister SWIFT den Zugriff der USA auf europäischeBankendaten umgehen. Die neue Datenverarbeitungszentrale soll Ende 2009in Betrieb genommen werden, wie das in Belgien ansässige UnternehmenSociety for Worldwide Interbank Financial Services (SWIFT) mitteilte.
Überdas Überweisungsnetzwerk SWIFT werden täglich mehr als elf MillionenFinanztransfers zwischen 8.100 Banken und anderen Finanzinstituten in200 Ländern abgewickelt. Erst im vergangenen Jahr wurde durchMedienberichte bekannt, dass die US-Behörden das Unternehmen im Zugeseiner Ermittlungen zur Terrorfinanzierung dazu zwangen, ihnen Zugriffauf das SWIFT-Rechenzentrum im US-Staat Virginia zu verschaffen. Diebelgische Datenschutzkommission befand vor einem Jahr, dass dies gegeneuropäische Datenschutzbestimmungen verstoße. Nach US-Recht war diesjedoch möglich, weil ein Teil der europäischen Daten auch über dasRechenzentrum des Unternehmens in den USA lief. Damit unterlag SWIFTauch hinsichtlich der außeramerikanischen Daten der US-Jurisdiktion.Künftig würden die Europa gesammelten Daten in Europa verbleiben,erklärte SWIFT-Chef Lazaro Campos.
ImJuni hatte sich Washington bereits mit der Europäischen Union auf eineVereinbarung verständigt, wonach die USA bei Nutzung vonÜberweisungsdaten von SWIFT künftig EU-Datenschutzbestimmungenberücksichtigen wollen. Die US-Behörden sagten unter anderem zu, dieDaten ausschließlich für Anti-Terror-Ermittlungen zu nutzen. Zudemwerden sie nach Angaben der EU-Kommission die Daten maximal fünf Jahrelang speichern.
Quelle: NfA/17.10.2007
Letzte Änderung: 18.10.2007 durch Klaus Bleibaum


