Reisebericht Oktober 2009 , LBBW Gabriele Greiner, Abteilungsleiterin International Offices & Business Development
Die mexikanische Wirtschaft
Die wirtschaftliche Lage in Mexiko ist seit Ausbruch der Krise und der Schweinegrippe in einem prekären Zustand. Die Auswirkungen der Finanzkrise haben sich in Mexiko zwar nicht in Form von Bankpleiten und Milliarden-Staatshilfen niedergeschlagen. Jedoch führte die große Abhängigkeit zur USA (der Handel mit den USA macht ca. 21% des mexikanischen BIP aus), strukturelle Defizite, die bisher von den Regierungen nicht angegangen wurden sowie Monopolstrukturen in Schlüsselbranchen (insbesondere Energie- und Telekomsektor) dazu, dass sich Mexiko in einer Rezession befindet. Prognostiziert werden für dieses Jahr ein negatives Wirtschaftswachstum von -6,3%.
Mit der wirtschaftlichen Schieflage einher gehen außerdem gesellschaftliche Probleme wie steigende Arbeitslosigkeit, steigende Armut und der Drogenkrieg.
Licht am Ende des Tunnels ist jedoch auch für Mexiko in Sicht: Im kommenden Jahr soll das Wirtschaftswachstum mit 2% wieder positiv ausfallen – ein Ende der Rezession scheint absehbar.
Trotz Krise – gute Geschäftschancen für deutsche Unternehmen
Etwa 1000 deutsche Unternehmen haben die Potentiale des mexikanischen Marktes bereits erkannt und sich in Mexiko angesiedelt. Diese erwirtschaften ca. 5% des mexikanischen BIP. Deutschland ist somit wichtigster Handelspartner für Mexiko innerhalb der EU, was auch in Mexiko bei Regierung und Öffentlichkeit entsprechend wahrgenommen wird.
Die mexikanische Regierung um Präsident Calderón hat den Handlungsbedarf in der derzeitigen Situation erkannt: Ein Infrastrukturprogramm im Umfang von EUR 100 Mrd. im Bereich Straßenbau, Transport, Energie und Telekom soll die Wirtschaft ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen. Für deutsche Unternehmen bieten sich hier zahlreiche Geschäftsansätze – insbesondere bei „Erneuerbare Energien“. In diesem Bereich zielt eine breit angelegte Marketingoffensive, getragen vom mexikanischen Wirtschafts- und Energieministerium und der mexikanischen Wirtschaftsförderungseinrichtung „Proméxico“ insbesondere auf ausländische Investoren ab.
Firmengründung leicht gemacht: Seit kurzem gibt es ein Internetportal zur Online-Registrierung einer neuen Firma (www.tuempresa.gob.mx). Registrierung und Beantragung einer Steuernummer kann nunmehr in zwei Stunden abgewickelt werden. Anwaltskosten und Zeitaufwand können dadurch enorm reduziert werden. Demnächst soll es die Seite auch auf Englisch geben – für deutsche Unternehmen ein große Erleichterung beim Markteintritt.
Bayrisches Kooperationsbüro
Mit dem bayrischen Kooperationsbüro in Mexiko, der Repräsentanz des Freistaats Bayern, werden bayerische Unternehmen beim Eintritt in den mexikanischen tatkräftig und kompetent unterstützt. Die Repräsentanz stellt Informationen bereit, vermittelt Kontakte und betreut gemeinsam mit Partnern in Mexiko und Bayern die Unternehmen bei ihren Vorhaben.
Kontakte erhältlich über:
Sabrina Keller
Relationship Managerin Mexiko
Tel. 0711-127-74569
Email: Sabrina.Keller@LBBW.de


