Die tschechische Regierung will den Bahnsektor weiter voranbringen. Auf ihrer Agenda steht der Ausbau und die Elektrifizierung bestehender Strecken sowie der Bau neuer Verbindungen. Alte Trassen werden wieder aufgenommen. Außerdem erhält der Hauptstadtflughafen eine neue Bahnanbindung an die Prager Innenstadt. Darüber hinaus soll Prag nun für 1,8 Mrd. Euro seine erste fahrerlose U-Bahnlinie erhalten. Tschechiens Verwaltung der Eisenbahnverkehrswege (SZDC) startet 2015 Projekte zum Bau und zur Sanierung der Bahninfrastruktur im Wert von rund 727 Mio. Euro. Damit verfolgt die Regierung ihr Ziel, die Schieneninfrastruktur langfristig wettbewerbsfähiger zu machen. Bestehende Strecken werden modernisiert, zum Teil elektrifiziert. Neue Strecken ergänzen das alte Bahnnetz und ermöglichen eine bessere Anbindung der tschechischen Trassen an das europäische Eisenbahnsystem.
Die Europäische Kommission hat im Juni 2015 grünes Licht für die Eigentumsübertragung von 1.600 Bahnhofsgebäuden und anderen Bahnimmobilien von der tschechischen Bahn (CD) auf die ebenfalls staatliche Netzgesellschaft SZDC erteilt. Die Eigentumsübertragung war Voraussetzung für die nun anstehende Modernisierung der größten 200 von insgesamt 1.000 Bahnhofsgebäuden. Die Modernisierung dieser 200 Bahnhöfe soll rund 8,2 Mrd. Kc (298 Mio. Euro) kosten. Von den 200 Gebäuden gelten 40 als äußerst baufällig, darunter die Bahnhöfe in Plzen, Sokolov und Bilina. Die Arbeiten werden drei bis fünf Jahre dauern.
Zukünftig wird es eine Direktverbindung per Eisenbahn zwischen dem Vaclav-Havel-Airport und dem Prager Stadtzentrum geben. Das tschechische Verkehrsministerium hat nun dem Plan von SZDC zugestimmt. Danach wird die Zugverbindung zwischen dem Masaryk-Bahnhof und Kladno doppelgleisig ausgebaut.


