Agroholdings schaffen neue Kapazitäten / Große Mengen an Weizen und Raps fallen Trockenheit zum Opfer / Von Jan Triebel
Spätestens die Rekordernte des vergangenen Jahres hat es deutlich gemacht - in der Ukraine, der potenziellen Kornkammer Europas, fehlt es an ausreichend modernen Siloanlagen zur Zwischenlagerung von Getreide. Um diesem Missstand zu begegnen, haben vor allem die im Land tätigen großen Agroholdings damit begonnen, zusätzliche Speicherkapazitäten zu projektieren und bereits auch zu bauen. Die für die Getreidespeicher benötigten Ausrüstungen müssen überwiegend im Ausland beschafft werden.
Besonders gute Ernteergebnisse konnten in der Ukraine im vergangenen Jahr mit fast allen Getreidearten erzielt werden. Mit insgesamt 56,7 Mio t, die bis zum Jahresende eingebracht wurden, wurde nach Angaben des staatlichen Statistikdienstes Derzhstat das Vorjahresergebnis von 39,3 Mio t um 44,3% übertroffen. Die Hektarerträge bei Getreidekulturen legten von durchschnittlich 26,9 dt je ha um 10,1 dt auf 37,0 dt je ha zu.
Die Ukraine ist aber nur unzureichend vorbereitet, dieses hohe Aufkommen an Getreide so zwischenzulagern, dass sich die Körnerverluste bis zur Verschiffung für den Export oder bis zur Weiterverarbeitung im Inland im Rahmen halten. Erhebungen der Investmentgesellschaft Dragon Capital zufolge können die vorhandenen Silolager mit einer Kapazität von rund 30 Mio t bestenfalls gut die Hälfte der letztjährigen Getreideernte aufnehmen. Von den Anlagen erfüllt laut Dragon Capital zudem nur weniger als 50% die Bedingungen, die für eine auf lange Frist angelegte, qualitativ gute Lagerung erfüllt sein müssten. Zum Beispiel wurden die im Gebiet Winnizja betriebenen 43 Getreidespeicher allesamt noch zu Sowjetzeiten errichtet.


