Die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise in den USA hat bei den privaten Haushalten zu einer Neuorientierung geführt. Wurden bislang alle Kreditmöglichkeiten ausgeschöpft, haben die US-Verbraucher nun begonnen ihre Schuldenlast abzubauen. Auch nach Ende der Rezession wird mit einer Fortsetzung dieses Trends gerechnet. Einige Experten halten mittelfristig sogar "europäische Verhältnisse", also zweistellige Sparquoten, für möglich. Eine solche Verringerung der Binnennachfrage würde das gesamtwirtschaftliche Wachstum stark abbremsen.
In den vergangenen 15 Jahren haben die US-Verbraucher ihr Möglichstes getan, um die Wirtschaft in Schwung zu halten beziehungsweise auf den Wachstumskurs zurückzubringen. Im Jahr 1994 sank die Sparquote erstmalig unter die 5%-Marke. Werte zwischen 1,8 und 2,4% wurden im Zeitraum 1999 und 2004 verzeichnet. In den folgenden drei Jahren gerieten die US-Verbraucher geradezu in einen Kaufrausch. Die Sparquote fiel 2005 auf nur noch 0,4% und lag 2006 und 2007 bei 0,7% beziehungsweise 0,6%. Im Jahresverlauf 2008 stieg sie deutlich an, der Durchschnittswert betrug 1,8%.
Ein Vergleich mit Deutschland zeigt das sehr unterschiedliche Verhalten der privaten Haushalte. In der genannten 15-Jahresperiode bewegte sich in Deutschland die Sparquote zwischen 9,2 und 11,4%, im 1. Quartal 2009 sparten die Bundesbürger sogar 15,3%. Sparquoten von über 10% sind auch in den meisten Ländern der Euro-Zone zu verzeichnen.
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Quelle: gtai


