Der Erzproduzent Vale will offenbar doch ein Stahlwerk im Bundesstaat Espírito Santo errichten. Nach Angaben der Tageszeitung O Estado de São Paulo sucht die Gesellschaft einen geeigneten Joint Venture-Partner für dieses Großprojekt. Erst vor knapp einem Monat hatte Vale verkündet, dass das geplante Hüttenwerk CSV (Companhia Siderúrgica de Vitória) nicht gebaut wird. Partner bei diesem Gemeinschaftsprojekt sollte der chinesische Stahlhersteller Baosteel sein. Aufgrund von umweltpolitischen Bedenken kam es allerdings zu Verzögerungen bei der Umsetzung. Darüber hinaus hatte die weltweit rückläufige Nachfrage nach Stahlprodukten dazu beigetragen, dass das Projekt auf Veranlassung von Baosteel abgesagt wurde. Die ursprünglich vorgesehenen Investitionen für das Stahlwerk, welches in der Gemeinde Anchieta im Süden Espírito Santos errichtet werden sollte, lagen bei R$ 10 Mrd. Die jährlichen Produktionskapazitäten sollten 5 Mio. Tonnen betragen. Der Rohstahl war ausschließlich für den Export bestimmt. Im Zusammenhang mit dem neuen Stahlwerk ist bisher noch keine Entscheidung über das Investitionsvolumen und die Produktionskapazitäten gefallen. Auch die Standortentscheidung steht nach Angaben von O Estado de São Paulo bisher noch aus. Weltweit zeichnete sich in den vergangenen Wochen inzwischen wieder eine leichte Erholung ab. Die Nachfrage nach Stahlprodukten konnte Anfang 2009 geringfügig zunehmen. Die brasilianischen Ausfuhren erhöhten sich im Januar 2009 gegenüber dem Vormonat. Nach Angaben von Fachleuten verringerten sich außerdem die Lagerbestände in China. Die sich abzeichnende Verbesserung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen führte dazu, dass die Notierungen von Vale an der brasilianischen Börse Bovespa in der vergangenen Woche zweistellige Zuwachsraten verzeichneten.
Quelle: Wochenbericht, 18. Februar 2009 - Eine Gemeinschaftspublikation der DeutschBrasilianischen Auslandshandelskammern und von Germany Trade and Invest


