Zwischen dem 3. Quartal 2009 und dem 3. Quartal 2013 fielen fast 1 Mio Arbeitsplätze der Krise zum Opfer. Laut Sozialversicherungsträger IKA mussten etwa 30% der in Griechenland tätigen Unternehmen bis Ende 2013 schließen. Zahlreiche weitere Unternehmen mussten Entlassungen vornehmen. Handels- und Verarbeitungsunternehmen sowie die Bauwirtschaft, die Hotellerie und die Gastronomie waren besonders betroffen. Kleinere Unternehmen mussten eher schließen als größere. Die Berufsgruppen, die vorrangig betroffen waren, sind Arbeiter, Verkäufer, Büroangestellte und Maschinenbediener. Die Arbeitslosenquote ist zwischen 2010 und 2013 drastisch gestiegen. Hatte diese 2010 noch 12,7% betragen, erreichte sie im Jahr 2013 bereits 27,5%. Im 1. Quartal 2014 kletterte die Quote nach Angaben des griechischen Statistikamtes auf 27,8%. Für das Gesamtjahr 2014 prognostiziert die EU-Kommission eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 26%. Im Jahr 2015 soll sie dann auf 24% zurückgehen.
Die Arbeitslosen, besonders die gut ausgebildeten Kräfte, suchen ihr Glück im Ausland.
Die Schwarzarbeit hat sich zu einem akuten Problem entwickelt. Nach Schätzungen arbeitet jeder fünfte Berufstätige schwarz.
Das verfügbare Einkommen der griechischen Arbeitnehmer ist stark geschrumpft. Grund dafür sind die Senkung beziehungsweise Abschaffung des Steuerfreibetrags, die Anpassung der Steuerskala sowie die Einführung einer Sonderimmobiliensteuer. Darüber hinaus müssen Steuerzahler voraussichtlich bis 2016 einen Solidarzuschlag zwischen 1 und 4% auf ihr Einkommen zahlen.
Arbeitsmarktreformen sollen jetzt zu geringeren Lohnstückkosten und stärkerer Flexibilität führen.
Seit Dezember 2012 gelten neue, deutlich reduzierte Mindestgehälter und Tageslöhne, die bis zum Abschluss des finanzwirtschaftlichen Anpassungsprogramms in Kraft bleiben. Ab 2017 soll ein gesetzlicher Mindestlohn, der alljährlich angepasst wird, eingeführt werden.


