Druckgewerbe steht im lateinamerikanischen Vergleich gut da
Von Florian Steinmeyer
Mexiko-Stadt (GTAI) - Steigende Papierpreise, Produktpiraterie und der starke Einfluss staatlicher Player sind Herausforderungen für das mexikanische Verlagsgewerbe. Trotzdem sind die Aussichten dank steigender Bevölkerungszahlen und guter Zeitungs- und Zeitschriftenabsätze positiv. Druckereien müssen mit niedrigeren Volumina im Formular- und Werbedruck leben, anderseits profitieren sie von mehr Aufträgen aus dem Verpackungsdruck. Dieser zieht vor allem dank steigender Nahrungsmittelproduktion an.
Der Bücherkonsum in Mexiko ist im Vergleich zu Ländern mit ähnlicher Einkommenssituation gering. In einer UNESCO-Umfrage belegte das Land 2013 mit einem durchschnittlichen Pensum von drei Büchern pro Person und Jahr Platz 107 und somit den vorletzten Rang. Anderseits ist das Lesen von Zeitschriften und Zeitungen weit verbreitet. Der Zeitungskonsum wird in den kommenden Jahren dank des Bevölkerungswachstums und einer überdurchschnittlich jungen Leserschaft so schnell wie in keinem anderen lateinamerikanischen Land zunehmen.
Eine weitere Besonderheit Mexikos ist der starke Einfluss öffentlicher Verleger im Buchgeschäft. Von den 306 Mio. gedruckten Einheiten im Jahr 2014 (-10,3% gegenüber 2013) stammten 165 Mio. von dem staatlichen Verlag für kostenfreie Schulbücher Conaliteg (Comisión Nacional del Libro de Texto Gratuito). Hinzu kommen weitere öffentliche Verleger wie Talleres Gráficos de México (Druck für staatliche Stellen) und Talleres de Impresión de Estampillas y Valores (Briefmarken).


