Vertriebswege im Einzelhandel ändern sich rapide / Von Alexander Hirschle (Januar 2019)
Seoul (GTAI) - Das Handelssystem befindet sich in einem starken Umbruch - hin zum Onlinevertrieb. Gute Handelsvertreter zu finden, ist nicht einfach, denn der südkoreanische Markt ist kompliziert.
Groß- und Einzelhandel
Das Wachstumspotenzial des südkoreanischen Groß- und Einzelhandels wird durch den relativ schwachen Binnenkonsum begrenzt. Die Steigerungsraten des privaten Konsums lagen in den vergangenen Jahren meist unterhalb der Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Auch in Zukunft dürfte sich an diesem Bild nichts Entscheidendes ändern, da mehrere Faktoren auf die Kaufkraft im "Land der Morgenstille" drücken.
So ist die Verschuldung der privaten Haushalte mit rund 90 Prozent im Verhältnis zum BIP im internationalen Vergleich sehr hoch. Ferner greifen Südkoreaner für private Bildungsmaßnahmen tief in die Taschen, was das verfügbare Einkommen schmälert. Darüber hinaus ist die Fertilitätsrate sehr niedrig und die Gesellschaft altert rapide.
Die BIP-Steigerungen werden in den kommenden Jahren zurückgehen, da das Potenzialwachstum kontinuierlich sinkt; bis auf 1,5 Prozent nach 2030. Die Arbeitslosigkeit wurde zum wichtigsten Thema auf der Agenda der Regierung, da vor allem die konsumfreudigen 15- bis 29-Jährigen häufig keinen Arbeitsplatz finden. Die offizielle Arbeitslosenquote in dieser Gruppe liegt bei rund 10 Prozent. Experten gehen aber davon aus, dass der realistische Wert 20 Prozent überschreitet.
Der Einzelhandel konnte 2016 und 2017 Umsatzzuwächse von 3 bis 4 Prozent verzeichnen. In einem reifen Markt wie Südkorea sind aufgrund dieser strukturellen Herausforderungen keine hohen Wachstumsraten für den Groß- und Einzelhandel absehbar, sondern stabile Steigerungsraten im niedrigen einstelligen Bereich.
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