Jetro-Bericht: Billige Arbeitskräfte kompensieren hohe Büromieten / Investorenzulauf hält auch 2007 an
HANOI(Dow Jones/bfai)--Vietnam schneidet als Investitionsstandort iminternationalen Vergleich mit anderen asiatischen Ländern weiterhin gutab. Das geht aus einem Bericht der Japan External Trade Organisation(Jetro) hervor. Allerdings trüben die stark wachsenden Büromieten undder zunehmende Mangel an Fachkräften das Bild etwas ein. Fürausländische Investoren gewinnt das Land auf Grund seines kräftigenWirtschaftswachstums und der mit dem WTO-Beitritt verbundenen breiterenMarktöffnung als Wirtschaftspartner spürbar an Bedeutung.
Vietnamliegt im Kostenvergleich mit 30 asiatischen Städten undWirtschaftsgebieten dieser Region einem Jetro-Bericht zufolge vor allembei den Lohnkosten deutlich am Ende der Skala. Auch die Aufwendungenfür internationale Telekom-Dienste und elektrischen Strom sind etwasniedriger als in anderen Ländern der Region. Zudem sanken die Kostenfür Containerverschiffungen mittlerweile auf das asiatischeDurchschnittsniveau. Ein etwas anderes Bild zeichnet sich hingegen beiGehältern in der mittleren Managementebene und bei Büromieten ab, dieseit circa zwei Jahren drastisch steigen.
Währenddie Löhne in Hanoi und in der Wirtschaftsmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt(Saigon) laut Jetro-Bericht 2006 um 15,6% auf durchschnittlich 155,75USD monatlich kletterten, wuchsen die Gehälter im mittleren Managementum beachtliche 39,8% auf 956,75 USD. Bei Löhnen verzeichnete dieStatistik ein Niveau, das deutlich unter dem asiatischen Durchschnittvon 262,67 USD liegt. Nur Indonesien ist mit 134,33 USD im Vergleichbilliger als Vietnam. Demgegenüber gehören die Gehälter für dasMittelmanagement nach Singapur (3.047,50 USD), Kuala Lumpur in Malaysia(1.638 USD) und New Delhi in Indien (1.100,31 USD) zu den höchsten inder Region. Dies erklärt sich durch den Mangel an geeignetenFachkräften im Land.
Auchbei den Büromieten gehört der Standort mittlerweile zu denSpitzenreitern in Asien. So stiegen 2006 die Mietpreise gegenüber demVorjahr um 39%. Das sehr knappe Büroangebot in Saigon und Hanoi und diedurch den stärkeren Zustrom ausländischer Investoren bedingteverstärkte Nachfrage nach gewerblichen Räumlichkeiten treiben dieMieten kräftig in die Höhe. So ist Hanoi gegenwärtig nach Seoul,Singapur und Mumbai bezüglich der Büromieten teuerste Stadt in Asien.
Einepositive Entwicklung nahmen 2006 die Kosten der Container-Verschiffung.Dem Jetro-Bericht zufolge wurde unter anderem der Seetransport vonContainern von den vietnamesischen Häfen Haiphong (Nordvietnam) oderSaigon nach Yokohama (Japan) gegenüber dem Vorjahr um 30% billiger.Damit sind die Transportkosten auf asiatisches Durchschnittsniveaugesunken. Auch bei internationalen Telefondiensten und bei denStromtarifen liegt Vietnam etwas günstiger als die übrige asiatischeKonkurrenz. Der Fernmeldeservice ist billiger als beispielsweise inChina oder Indonesien.
Dassüdostasiatische Land verzeichnet seit zwei Jahren einen massivenZustrom von ausländischem Kapital. 2006 sind nach Angaben des ForeignInvestment Department des Ministry of Planning and Investment (MPI) dieausländischen Direktinvestitionen um über 49% auf insgesamt 10,2 MrdUSD gestiegen. Davon entfielen 7,83 Mrd USD auf neue Vorhaben. Auch2007 bleibt das Interesse ausländischer Investoren lebhaft. Das MPIbewilligte bereits im 1. Halbjahr 2007 neue ausländischeDirektinvestitionen sowie Kapitalerhöhungen für bereits bestehendeProjekte im Wert von insgesamt 5,21 Mrd USD, was einem Zuwachsgegenüber dem 1. Halbjahr 2006 um etwa 8% entsprach.
Hanoiregistriert seit über einem Jahr besonders einen sehr starken Zuflussvon ausländischem Kapital aus anderen asiatischen Ländern. InsbesondereInvestoren aus Japan, China, Taiwan, Singapur und Südkorea verstärkenihre Aktivitäten. Dem Jetro-Bericht zufolge beabsichtigen mehr als 80%der bereits in Vietnam tätigen japanischen Firmen, ihr Engagement zuverstärken. Nippon hat seine 2006 getätigten Direktinvestitionengegenüber dem Vorjahr auf über 1 Mrd USD mehr als verdoppelt.
Quelle: DowJones/NfA/20.9.2007

