2018 beginnt jedoch mit zwiespältigen Signalen / Von Gloria Rose (Januar 2018)
São Paulo - Die Wirtschaftsentwicklung in Brasilien verläuft weiter positiv. Die Wachstumsprognosen einiger Experten für 2018 liegen bei 3 Prozent. Aufgrund der kritischen Haushaltslage sowie der steigenden Staatsverschuldung wertete die Ratingagentur Standard & Poor's Brasilien ab. Weitere Ratingagenturen könnten nachziehen, sollte die Rentenreform nicht - wie geplant - im Februar verabschiedet werden. Die Fortsetzung des Reformkurses gilt als Voraussetzung für die positiven Prognosen.
In der zweiten Woche des neuen Jahres kam die Abmahnung, zwar nicht unerwartet, aber dennoch ernüchternd. Standard & Poor's wertete Brasilien von BB auf BB- ab. Damit liegt Brasilien in der Bewertung der Ratingagentur nun drei Abstufungen unter dem Investment Grade. Als Begründung führte S&P an, dass die Regierung die zunehmend kritische Haushaltslage und die steigende Staatsverschuldung nicht in dem erwarteten Zeitraum in den Griff bekommt. Falls die Rentenreform im Februar nicht verabschiedet wird, dürften Fitch und/oder Moody´s nachziehen. In das Spiel um die Rentenreform führte die Regierung nun ein neues Hoffnungsszenario ein: Falls die Reform im Februar nicht durchgesetzt werden kann, ergebe sich im November, dem Monat nach den Wahlen, noch ein günstiges Zeitfenster.
Die Wirtschaftsentwicklung verläuft weiter positiv. Bei geringer Inflation und niedrigen Zinsen übertreffen die Wachstumsprognosen einiger Finanzinstitute und Experten die 3-Prozent-Marke. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hob die Prognose für Brasilien von 1,5 Prozent auf 1,9 Prozent an. Für 2019 sieht der IWF nun ein Wachstum von 2,1 Prozent anstelle von zuvor 2 Prozent. Erstmals seit 2014 soll das Kreditvolumen 2018 wieder real steigen (+2 Prozent). Die Wiederaufnahme der Investitionen soll für Brasiliens Maschinenbausektor die langerwartete Wende und für die Bauwirtschaft zumindest eine Stabilisierung bringen.


