Wirtschaftsankurbelung als schwieriges Unterfangen
- Düstere Wirtschaftsaussichten bei magerem Realwachstum von 0,5 % p.a.
- Talsohle und Stabilisierung der Wirtschaft in H1, gefolgt von Wachstum allein aufgrund der Nettoexporte in H2
- Höhepunkt der Arbeitslosigkeit in 2013
- Erfolgreiche Implementierung des Standby-Vertrags mit dem IWF, folglich solide Staatsfinanzen
Nach einer neuerlichen Rezession in 2012 mit einer Real-BIP-Schrumpfung um
1,3 % verweisen die ersten Wirtschaftsindikatoren für 2013 auf Anzeichen einer
ökonomischen Stabilisierung. Außerdem expandierten die wichtigsten Bereiche
der milden Wirtschaftserholung 2010 und 2011, namentlich die Warenexporte
und die Industrieproduktion, im ersten Monat des Jahres 2013 um 2 % p.a. bzw.
8,4 % p.a. Es handelt sich um das erste positive Ergebnis der inländischen Industrieproduktion
nach 12 Monaten ununterbrochenen Rückgangs. Erneut wird die
Performance der B&H-Wirtschaft auch 2013 von der außenwirtschaftlichen Seite
abhängen, die wiederum mit der wirtschaftlichen Stabilisierung der Eurozone zusammenhängt,
während die anhaltende innenpolitische Krise die Binnennachfrage
abwürgt – der private und der staatliche Konsum sowie die Investitionen werden so
wohl kaum einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten können. In unserem
Basisszenario erwarten wir folglich einen Tiefstand und eine Stabilisierung
der B&H-Wirtschaft in H1, gefolgt von einem von den Nettoexporten getriebenen
Wachstum in H2. Trotz der für 2013 erwarteten politischen Instabilität glauben
wir nach wie vor an die Implementierung der Struktur- und Budgetreformen, die
der IWF im Rahmen des letzten Stand-by-Abkommens (SBA) über BAM 800 Mio.
gefordert hat. Dies wird sich in stabilen, gesunden Staatsfinanzen und einem konsolidierten
Budgetdefizit von geschätzten -1,5 % des BIP in 2013 niederschlagen.
Allerdings werden die SBA-bedingten Sparmaßnahmen in punkto Staatskonsum für
einen Rückgang um real 0,5 % p.a. sorgen. Unser Basisszenario beschränkt sich
deshalb auf eine wirtschaftliche Erholung im Ausmaß eines 0,5 %-Jahreswachstums
des realen BIP, das wiederum ausschließlich von den externen Bedingungen und
den entsprechenden Export-Auswirkungen einer allfälligen Erholung der Eurozone
abhängt.


