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Tschechische Republik

Wirtschaftsausblick Winter 2016/17 - Tschechische Republik


Privathaushalte und Autoindustrie sorgen für stabiles Wachstum / Von Gerit Schulze

Prag (GTAI) - Tschechiens Wirtschaft setzt ihren Wachstumskurs fort. Dank der guten Konjunkturentwicklung boomt der Arbeitsmarkt und damit die Nachfrage der privaten Haushalte. Sie leisten 2017 den wichtigsten Beitrag für das Bruttoinlandsprodukt. Nach einem kurzen Dämpfer im abgelaufenen Jahr sollen auch die Investitionen wieder anziehen. Der Fiskus verzeichnet Rekordeinnahmen, die im Wahljahr 2017 zu steigenden Ausgaben des Staates führen werden. Die Importe legen weiter auf hohem Niveau zu.

Wirtschaftsentwicklung: Privatkonsum beschleunigt den Konjunkturaufschwung

Die tschechische Wirtschaft wächst auch in den kommenden Jahren schneller als der EU-Durchschnitt. Zwar verlangsamt sich das Tempo im Vergleich zum Ausnahmejahr 2015, dennoch zeigen die wichtigsten Indikatoren nach oben.

Das gilt vor allem für die Nachfrage der Privathaushalte, die angetrieben wird von einer äußerst positiven Lage am Arbeitsmarkt, von steigenden Reallöhnen und niedrigen Zinsen. Das verarbeitende Gewerbe profitiert weiterhin von einer robusten Auslandsnachfrage, allen voran die starke Automobilindustrie. Die Produktion des verarbeitenden Gewerbes ist in den ersten drei Quartalen 2016 um 4% gestiegen, der Fahrzeugbau legte um 12% zu.

Weniger Rückenwind verschaffen die Investitionen dem Bruttoinlandsprodukt (BIP). Sowohl die staatlichen Institutionen als auch Privatunternehmen halten sich derzeit stark zurück. Doch das soll sich schon ab dem kommenden Jahr wieder ändern. Die Auslastung der Industriekapazitäten liegt über dem langjährigen Durchschnitt und verlangt nach Modernisierung und Ausbau. Auch der Staat wird 2017 wieder mehr investieren. Gemäß dem Budgetentwurf steigen die Kapitalausgaben 2017 um fast eine Milliarde Euro.

Zusatzeinnahmen erhofft sich der Finanzminister durch die elektronische Umsatzerfassung, bei der jeder Kassenvorgang sofort an das Finanzamt gemeldet wird. Ein neues Gesetz über öffentliche Ausschreibungen, das am 1.10.16 in Kraft getreten ist, soll zudem das Beschaffungssystem vereinfachen.

Insgesamt erwartet das Finanzministerium 2016 einen BIP-Zuwachs von 2,4%. Für 2017 wird ein Wert von 2,5% vorhergesagt, für 2018 von 2,4%. Die tschechische Nationalbank CNB ist optimistischer und traut der Volkswirtschaft für die beiden kommenden Jahre ein Plus von jeweils 2,9% zu. Die EU-Kommission prognostiziert ein Wachstum von 2,6% (2017) und 2,7% (2018).

Auch die Inflation zieht wieder an. Die Zentralbank erwartet für 2016 einen Anstieg der Verbraucherpreise um 0,6% und für 2017 um 1,9%. Damit erreicht die Preissteigerung die von den Währungshütern angestrebte Zielmarke von 2%.

Weitere Informationen unter:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Wirtschaftsklima/wirtschaftsentwicklung,t=wirtschaftsausblick-winter-201617--tschechische-republik,did=1596210.html

Quelle: GTAI