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Polen

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN Zu wenig digitale Lösungen in Firmen: Es gibt noch viel zu tun


51 Prozent der Unternehmen in Polen halten die digitale Transformation in ihren Organisationen zwar für wichtig, erhöhen aber trotzdem ihre Ausgaben dafür nicht. Darüber hinaus wollen sie in den kommenden zwölf Monaten in diesem Bereich keine Fachleute einstellen. Nur rund die Hälfte der Firmen verfügt über sogenannte ERP- und Business-Intelligence-Lösungen. Diese Technologien ermöglichen dem Unternehmen unter anderem Daten aus internen Systemen und externen Quellen zu sammeln, um auf dieser Grundlage die Firmenprozesse zu steuern. Die meisten Unternehmen – nämlich 63 Prozent der Befragten – haben Cloud-Lösungen.

Damit befindet sich Polen im europäischen Vergleich ganz weit hinten: So weist das Land auf dem „Monitor für die digitale Transformation“ von KMPG und Microsoft lediglich einen Wert von 4,8 Punkten aus. Das Barometer verfügt über maximal 10 Einheiten. Die Digitalisierung in Wirtschaft und in der Gesellschaft Polens liegt in fast allen Bereichen unterhalb des europäischen Durchschnitts. Ein positives Ergebnis verzeichnet seit Jahren lediglich der polnische Finanzsektor, dessen Lösungen so gut sind, dass sie sogar ein Vorbild für andere Länder sein können. Darüber hinaus stimmt das Digitalisierungsniveau in Polen im Vergleich mit den anderen Märkten der Region nicht allzu optimistisch. Auf dem Fachindex DESI, der die EU-Staaten abbildet, nimmt Polen schon seit einigen Jahren immer nur einen der letzten Plätze ein. Der hauptsächliche Grund: Die unzureichende Implementierung der digitalen Technologien in den Unternehmen.

Polen hat 2021 mit 41 Punkten lediglich Griechenland, Bulgarien und Rumänien hinter sich gelassen – und das, obwohl sich der Digitalisierungsgrad bereits spürbar entwickelt hat. Zwischen 2016 und 2021 ist das Land auf dem DESI jährlich durchschnittlich zwischen acht und elf Prozent gewachsen. Dabei bleibt es trotzdem immer noch weit hinter dem EU-Durchschnitt zurück, der im vergangenen Jahr bei 50,7 Punkten gelegen hat.

Gerade einmal jede vierte Firma verfügte Anfang 2022 über ein Strategiedokument für die digitale Transformation. Die mittleren Unternehmen, die zwischen 50 und 249 Mitarbeiter verfügen, stellten hier in der Mehrheit, während die große Firmen die Gruppe waren, die sich am allerwenigsten mit dem Thema befasst hatten.

Quelle: AHK Polen