Mazedoniens Wirtschaft hat 2012 die Auswirkungen der Krise in der Eurozone zu spüren bekommen. Vor allem die zurückhaltende Nachfrage aus der EU hat den konjunkturellen Aufschwung wieder ausgebremst. Für 2013 gilt jedoch eine Rückkehr auf den Wachstumspfad als wahrscheinlich. Ob dabei der private Konsum, der sich zuletzt wegen sinkender Reallöhne schwächer zeigte, wieder positive Impulse setzen kann, ist jedoch noch offen.
Inhalt
1 Gesamtwirtschaftlicher Ausblick
Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts
Investitionen
Konsum
Außenhandel
2 Branchen im Überblick
Maschinen- und Anlagenbau
Kfz-Industrie
Chemie
Bauwirtschaft
Elektrotechnik/Elektronik
Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)
Umwelttechnik
Medizintechnik
1 Gesamtwirtschaftlicher Ausblick
Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts
Die mazedonische Wirtschaft hat sich 2012 schwächer entwickelt als ursprünglich erwartet. Die seit etwa zehn Jahren - mit Ausnahme des Krisenjahres 2009 - anhaltende Wachstumsdynamik scheint einen leichten Knick erhalten zu haben. In den ersten beiden Quartalen 2012, in denen das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,9 und 0,7% jeweils gegenüber dem Vorjahreszeitraum schrumpfte, bewegte sich das Land sogar auf Rezessionskurs.
Mit einem zarten Plus von 0,2% im 3. Quartal 2012 gelang jedoch die Rückkehr zum Wachstumspfad. Auch im 4. Quartal konnte das BIP Schätzungen der mazedonischen Nationalbank zufolge leicht expandieren. Der positiven Entwicklung im 2. Halbjahr sei zu verdanken, dass das mazedonische BIP im Gesamtjahr 2012 nur stagniert habe, so Analysten der Nationalbank. Darauf aufbauend wird für das Jahr 2013 allgemein wieder mit einem Wirtschaftswachstum von etwa 2% gerechnet.
Vor allem die schwache Nachfrage aus dem Ausland - verursacht durch die anhaltende Eurokrise - machte 2012 die Hoffnungen zunichte, dass sich der Aufwärtstrend der Vorjahre (reales BIP-Wachstum 2010: +2,9%, 2011: +2,8%) verstetigen könnte. Die Absatzschwäche europäischer Automobilhersteller, die von Zulieferern von Teilen und Komponenten aus Werken in Mazedonien bedient werden, setzte der Industrie und Exportwirtschaft des Balkanlandes schwer zu. Auch die Nachfrage privater Haushalte konnte angesichts der negativen Entwicklung der Reallöhne keine Wachstumsimpulse beisteuern.
Einzig die Investitionstätigkeit hat den Aufwärtstrend der Vorjahre auch 2012 fortsetzen können. Hinter einer ganzen Reihe von Vorhaben, die dem Wachstum zugutekamen, stand jedoch der mazedonische Staat - dies nicht zuletzt auch, um die Stimmung der Bevölkerung in einem Wahljahr positiv zu beeinflussen.
MKT201302278009.14
Wirtschaftliche Eckdaten
| Indikator | 2011 | 2012 | Vergleichsdaten Deutschland 2011 |
| BIP (nominal, Mrd. Euro) | 7,5 1) | 7,6 2) | 2.593 |
| BIP pro Kopf (Euro) | 3.645 1) | 3.700 2) | 31.703 |
| Bevölkerung (Mio.) | 2,06 | 2,06 | 81,8 |
| Wechselkurs (1 Euro =) | 61,5289 Denar 3) | 61,5008 Denar 4) | - |
1) vorläufig; 2) Schätzung 3) Jahresdurchschnitt; 4) Durchschnitt Januar bis September
Quellen: Staatliches Statistikbüro Mazedonien, Nationalbank, Statistisches Bundesamt
Investitionen
Die Investitionsaktivitäten begannen 2012 schwach, entwickelten sich jedoch im Jahresverlauf immer positiver. Vorläufigen Angaben des staatlichen Statistikbüros zufolge wiesen die Bruttoanlageinvestitionen im 1. Quartal 2012 noch ein Minus von 6,6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus. In den beiden Folgequartalen konnten jedoch deutliche Zuwächse von 25,8 und 14,6% erzielt werden. Für das Gesamtjahr 2012 geht die Nationalbank in einer Schätzung von einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 9,7% aus. Auch für 2013 wird damit gerechnet, dass sich dieser Trend mit einem Plus von 8,1% fortsetzen werde.
Beobachter führen das gute Ergebnis hauptsächlich darauf zurück, dass sich der mazedonische Staat im Wahljahr 2012 gezielt und im beträchtlichen Umfang an Investitionen beteiligte. Demgegenüber blieb der Beitrag ausländischer Direktinvestitionen unter den ursprünglich ausgesprochen optimistischen Erwartungen. Während die Nationalbank 2011 noch Nettozuflüsse von 463 Mio. US$ verzeichnete, waren es in den ersten elf Monaten 2012 nur rund 55 Mio. $.
Ausgewählte Großprojekte
| Projektbezeichnung | Investitionssumme (Euro) | Projektstand | Anmerkung |
| Modernisierung des rollenden Materials der Mazedonischen Eisenbahnen (Makedonski Zeleznici Transport AD) | 59 Mio. Euro, davon 50 Mio. Euro Kredit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) | verschiedene Ausschreibungen bis Ende Mai 2013 angekündigt | Beschaffung von sechs kompletten Personenzügen und bis zu 150 Güterwaggons sowie Generalüberholung von drei Elektrolokomotiven |
| Modernisierung von Teilen des Gleisnetzes der Infrastrukturgesellschaft der Mazedonischen Eisenbahnen (JP MZ Infrastruktura Skopje) | 20 Mio. Euro (davon 17,6 Mio. Euro Kredit der EBRD) | verschiedene Ausschreibungen bis Mitte Dezember 2013 angekündigt, erste Ausschreibung Mitte Januar 2013 erfolgt | Austausch von Schienen und Schwellen auf 31 km Länge des paneuropäischen Verkehrskorridor 10 zwischen Nogaevci und Negotino, Austausch von acht Weichen |
| Bau des Wasserkraftwerks Boskov Most durch den staatlichen Energieerzeuger Elem (AD Elektrani na Makedonija) | 107 Mio. Euro (davon 65 Mio. Euro durch EBRD-Kredit) | erste Ausschreibungsrunde (u.a. Dammbau) lief im Januar 2012 an, zweite Runde (unter anderem Turbinen, Umspannanlage) soll bis Ende März 2013 abgeschlossen werden | Installierte Leistung: etwa 70 MW, geplante Stromproduktion: circa 118 GWh pro Jahr; Standort: Fluss Mala Reka nahe der Stadt Debar |
| Neubau einer Schienenverbindung Richtung Bulgarien | 420 Mio. Euro | Projektstadium | Makedonski Zeleznici Transport AD |
| Bau und Betrieb von zwei mautpflichtigen Autobahnstrecken | 434 Mio. Euro und 558 Mio. Euro | Projektstadium | Länge der Teilstrecken: 138 und 141 km; Vergabe einer Betreiberkonzessionen |
| Errichtung und Betrieb eines Straßenbahnnetzes in der Hauptstadt Skopje mit bis zu vier Linien | 180 Mio. Euro | Projektstadium | Betreibermodell Design-Finance-Build-Operate-Transfer, Konzession für 35 Jahre, Länge der Schienenwege bis zu 60 km im Stadtgebiet |
| Ausbau des landesweiten Gasverteilungsnetzes | 1. Etappe: 85 Mio. Euro, 2. Etappe: 145 Mio. Euro | Projektstadium | Länge des neuen Leitungsnetzes: rund 410 km (1. Etappe) und 215 km (2. Etappe) |
| Bau eines gasbetriebenen Kraftwerks (Kraft-Wärme-Kopplung) in Skopje | 250 Mio. Euro | Projektstadium | geplante Stromleistung: 300 MW (2.000 GWh pro Jahr), Wärmeleistung: 150 MW (500 GWh pro Jahr) |
| Entwicklung des Tourismus am Ohrid-See | k.A. | Projektstadium | verantwortlich: staatliche Agentur für Tourismusförderung (http://www.macedonia-timeless.com) |
Quellen: Invest in Macedonia, EBRD; Recherchen von Germany Trade & Invest; Pressemeldungen
Potenzielle Investoren und Unternehmen, die nach Mazedonien exportieren wollen, sollten bei ihrer Entscheidung über den Markteintritt das Stärken-Schwächen-Profil des Standorts und die damit verbundenen Chancen und Risiken (SWOT-Analyse) berücksichtigen:
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Konsum
Die Konsumneigung der mazedonischen Bevölkerung hat 2012 im Vergleich zum Vorjahr keine nennenswerte Veränderung gezeigt. Erhebungen der Nationalbank zufolge hat sich der Verbrauch der Privathaushalte leicht um 0,1% verringert. Für 2013 wird zwar wieder mit einer leichten Zunahme gerechnet. Das prognostizierte Plus von nur 1,3% bleibt aber relativ gering.
Maßgeblichen Anteil an dem schwachen Verbrauch hatten die rückläufigen Reallöhne. Lohn- und Gehaltsempfänger mussten im Zeitraum Januar bis November 2012 Einbußen von real knapp 3% gegenüber der Vorjahresperiode hinnehmen. Gleichwohl wurden die negativen Auswirkungen dieser Entwicklung auf den Konsum durch leichte reale Zuwächse bei Renten und durch die nach wie vor recht hohen Transfers von Auslandsmazedoniern nahezu wieder ausgeglichen.
Außenhandel
Die stagnierende Wirtschaft sowie die schwache Binnen- und Auslandsnachfrage haben die Umsätze im Außenhandel sinken lassen. Dessen Volumen belief sich 2012 auf insgesamt 10,5 Mrd. $ und verringerte sich gegenüber 2011 um 8%. Während die Exporte (4,0 Mrd. $) etwa 10% unter dem Vorjahresniveau lagen, gaben die Importe (rund 6,5 Mrd. $) im gleichen Zeitraum um rund 7% nach. Das Handelsdefizit blieb mit rund 2,5 Mrd. $ nahezu unverändert.
Wichtigster Handelspartner Mazedoniens war 2012 die EU mit einem Anteil an den Ausfuhren von knapp 63% und an den Einfuhren von 58%. Deutschland (29,4%) blieb mit Abstand wichtigstes Zielland für Waren aus Mazedonien, vor Kosovo (9,8%) und Serbien (7,4%). Auf der Einfuhrseite gehörten Griechenland (12,3%), Deutschland (9,7%) und das Vereinigte Königreich (8,6%) zu den wichtigsten Lieferländern. Eine wichtige Rolle im mazedonischen Außenhandel spielen weiterhin Waren, die im Rahmen von Lohnveredlungsgeschäften ein- und ausgeführt werden. Diese steuerten 2012 etwa 17% zum Außenhandel bei.
Außenhandel der Ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien (in Mio. $; reale Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
| 2011 *) | 2012 *) | Veränderung 2012/2011 | |
| Importe | 7.007,3 | 6.510,9 | -7,1 |
| Exporte | 4.455,4 | 4.001,9 | -10,2 |
| Handelsbilanzsaldo | -2.551,9 | -2.509,0 | -1,7 |
*) vorläufige Angaben
Quelle: Staatliches Statistikbüro Mazedoniens
Einfuhr nach Warengruppen (in Mio. $; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
| SITC Warengruppe | 2011 *) | 2012 *) | Veränderung 2012/2011 |
| 0 Nahrungsmittel/lebende Tiere | 672,0 | 680,7 | 1,3 |
| 5 Chemische Erzeugnisse | 827,4 | 740,0 | -10,6 |
| .51 Organische Chemikalien | 29,0 | 27,5 | -5,2 |
| .54 Arzneimittel | 163,1 | 158,1 | -3,1 |
| .57 Kunststoffe in Primärformen | 102,9 | 96,4 | -6,3 |
| 6 Vorerzeugnisse | 1.950,3 | 1.828,3 | -6,3 |
| .67 Eisen/Stahl | 437,4 | 370,0 | -15,4 |
| 7 Maschinen und Fahrzeuge | 1.173,2 | 1.025,6 | -12,6 |
| .71 Kraftmaschinen | 37,5 | 42,2 | 12,5 |
| .72 Arbeitsmaschinen | 107,8 | 107,8 | 0,0 |
| .74 Maschinen für verschiedene Zwecke | 191,7 | 167,9 | -12,4 |
| .77 Elektrische Maschinen | 253,6 | 203,7 | -19,7 |
| .78 Kraftfahrzeuge | 349,9 | 273,2 | -21,9 |
| 8 Fertigerzeugnisse | 431,7 | 389,1 | -9,9 |
| .87 Mess-, Prüf- und Kontrollinstrumente, -apparate und -geräte | 75,8 | 53,5 | -29,4 |
*) vorläufig
Quelle: Staatliches Statistikbüro Mazedoniens
2 Branchen im Überblick
Ähnlich wie in anderen Ländern des Westbalkans gehören auch in Mazedonien die Modernisierung und die Entwicklung des Energiesektors, der Transportinfrastruktur sowie der Wasser- und Abwasserwirtschaft zu wichtigen Investitionsschwerpunkten. Größere Projekte, die mit einem umfangreichen Zuliefer- und Beratungsbedarf einhergehen, lassen sich häufig nur bi- oder multilateral finanzieren. Da dabei besonders viel Wert auf transparente Ausschreibungsprozeduren gelegt wird, bieten solche Projekte auch für deutsche Interessenten gute Möglichkeiten, in den mazedonischen Markt einzusteigen.
Maschinen- und Anlagenbau
Trotz des positiven Trends der Investitionen hat sich die Nachfrage nach Maschinen und Anlagen, die überwiegend durch Importe gedeckt werden muss, 2012 leicht verringert. Die Einfuhren dieser Warengruppe (SITC 71 bis 74) gingen gegenüber dem Vorjahr um rund 6% auf rund 330 Mio. $ zurück. Gleichwohl waren nicht alle Positionen dieser Produktgruppe im Minus. Während die Importe von Arbeitsmaschinen (108 Mio. $) auf dem Vorjahresniveau blieben, legten die von Kraftmaschinen (42 Mio. $) mit 12,5% sogar recht deutlich zu. Schwächer entwickelten sich dagegen die Einfuhren von Metallbearbeitungstechnik (12 Mio. $; -10,9%) und von sonstigen Maschinen für verschiedene Zwecke (168 Mio. $; -12,4%).
Kfz-Industrie
Das Bild der mazedonischen Automobilzulieferindustrie wird durch eine Reihe ausländischer Unternehmen geprägt, die sich in den vergangenen Jahren hauptsächlich in Sonderwirtschaftszonen des Landes niedergelassen haben. Diese sind nahezu zu 100% exportorientiert und tragen mittlerweile zu fast einem Fünftel zu den mazedonischen Ausfuhren bei. Dank der günstigen Arbeitskosten vor Ort halten weitere Automobilzulieferer Produktionsansiedlungen in Mazedonien für denkbar.
Der mazedonische Automobilmarkt ist klein. Die geringe Marktgröße und die niedrigen Einkommen dürften auch auf längere Sicht für ein überschaubares Absatzpotenzial bei Neufahrzeugen sorgen. Im Jahr 2012 wurden nach Angaben des mazedonischen Zolls insgesamt 32.500 Pkw importiert. Neuwagen hatten dabei einen Anteil von nur 12% (rund 4.000 Fahrzeuge). Gegenüber dem Vorjahr nahm die Einfuhr fabrikneuer Pkw um etwa 30% ab.
Chemie
Die Nachfrage auf dem mazedonischen Chemiemarkt wird aufgrund der geringen Inlandsfertigung fast vollständig durch Importe gedeckt. Aufgrund der schwachen Wirtschaftsentwicklung gaben die Chemieeinfuhren 2012 gegenüber dem Vorjahr um 10,6% auf knapp 740 Mio. $ nach. Von dem Rückgang waren alle Produktkategorien gleichermaßen betroffen. Die wichtigsten Einzelpositionen bei den mazedonischen Chemieimporten waren Arzneimittel (21%), Kosmetika und Körperpflegemittel (14%) sowie Kunststoffe in Vorformen (13%).
Bauwirtschaft
Der Bausektor gilt als einer der wichtigsten Wachstumsträger der mazedonischen Wirtschaft. Vor allem der Staat pumpt derzeit durch große Prestigeprojekte in der Hauptstadt Skopje beträchtliche Mittel in den Bereich. Das schlägt sich jedoch in den statistischen Ergebnissen nur wenig nieder: Der Wert der erbrachten Bauleistungen nahm im Zeitraum Januar bis November 2012 lediglich um etwa 3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Die Zahl der 2012 erteilten Baugenehmigungen (2.794) zeigt dagegen mit einem Plus von 8% deutlicher nach oben. Der Gesamtwert der durch neue Genehmigungen zu erwartenden Bauleistungen wird auf umgerechnet 1,1 Mrd. $ beziffert - das sind 80% mehr als 2011.
Elektrotechnik/Elektronik
Spürbar schwächer als im Jahr davor entwickelte sich 2012 die Nachfrage nach elektrotechnischen und elektronischen Erzeugnissen. Dies schlug sich auch in der Importentwicklung nieder. Die Einfuhren (SITC 77) fielen 2012 mit knapp 204 Mio. $ zwar immer noch beachtlich aus. Das Niveau von 2011 (254 Mio. $) wurde jedoch mit einem Minus von 19,7% deutlich unterschritten.
Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)
Der IKT-Sektor zählt zu den wenigen Ausnahmen in der mazedonischen Importstatistik, die 2012 einen positiven Trend gezeigt haben. Der Bedarf an modernen IT-Lösungen im privaten wie auch geschäftlichen Bereich gilt immer noch als recht hoch und bietet einiges Wachstumspotenzial. Davon konnten ausländische Anbieter profitieren. Die IKT-Lieferungen aus dem Ausland (SITC 75 und 76) sind 2012 leicht um 1,8% auf etwa 214 Mio. $ gestiegen. Statistischen Erhebungen für das 1. Quartal 2012 zufolge verfügten 58,3% aller mazedonischen Haushalte über einen Internetanschluss. In Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten lag dieser Anteil bei 87,3%.
Umwelttechnik
Der Investitionsbedarf in den Bereichen Trinkwasserversorgung, Abwasseraufbereitung und Abfallwirtschaft ist in Mazedonien sehr groß. Dies gilt insbesondere auch deshalb, weil sich das Land als EU-Beitrittskandidat den dort geltenden Versorgungsstandards schrittweise annähern muss. Da die Kommunen die damit verbundenen finanziellen Belastungen kaum allein tragen können, ist das Land auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen. In diesem Zusammenhang unterstützt beispielsweise die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) acht Gemeinden, in deren Einzugsgebieten nahezu 20% der Bevölkerung des Landes leben, um dort die Versorgung mit Trinkwasser nachhaltig effizienter zu gestalten. Darüber hinaus ist ein italienisches Konsortium dabei, den Betrieb der Mülldeponie Drisla zu übernehmen, auf der ein Großteil der kommunalen Abfälle der Hauptstadt Skopje landen.
Medizintechnik
Die Ausstattung vieler medizinischer Einrichtungen im Land lässt stark zu wünschen übrig, und eine Verbesserung der Lage kommt angesichts knapper Kassen nur langsam voran. Dabei muss das benötigte medizinische Gerät mangels eigener Produktion ausschließlich im Ausland beschafft werden. Zu den Schwerpunkten einer mittelfristig angelegten Regierungsstrategie für den Gesundheitssektor zählt unter anderem, alle Regionalkrankenhäuser des Landes mit moderner Technik für die Akutbehandlung von Herzinfarktpatienten auszustatten. Zudem sollen Möglichkeiten für Organtransplantationen (Nieren, Leber, Haut) geschaffen werden. Geplant ist auch eine Spezialklinik für Komapatienten oder ein nationales Unfallkrankenhaus. Darüber hinaus sollen in den nächsten Jahren zahlreiche Krankenhäuser renoviert und mit neuer Technik ausgerüstet werden.


