Täglich zwischen 50 und 100 KMU insolvent
Nach einem Bericht von „Germany Trade & Invest“ vom 17.7.2009 hat die Kreditklemme im Vereinigten Königreich in 2009 zu einem drastischen Anstieg von Zahlungsausfällen geführt. Die sinkende Binnennachfrage vermindert die Einnahmen der Unternehmen und verschlimmert das Problem. Schwer betroffen sind nicht zuletzt im Vereinigten Königreich ansässige kleine und mittlere Unternehmen (KMU), deren Zahlungsausstände zum Jahresende 2008 Angaben von Bacs Payments Schemes Ltd zufolge rund 25,9 Mrd. £ betrugen. Dies stellt einen sprunghaften Anstieg (+40%) gegenüber dem Vorjahr dar.
Der Anteil von KMU, die im Vereinigten Königreich mit Zahlungsverzögerungen zu kämpfen hatten, erhöhte sich zum Jahresende 2008 auf 57% (2007: 51%). Besonders stark litten Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe: Rund 65% der befragten Firmen meldeten Zahlungsverzögerungen. Im Dienstleistungssektor war das Problem mit einem Anteil von 53% etwas weniger dringlich, aber immer noch akut. Eine Studie der britischen Regierung zeigt, dass britische KMU in den vergangenen Monaten im Durchschnitt 41,5 Tage länger auf eingehende Zahlungen warten mussten, als dies laut Zahlungsvereinbarungen vorgesehen war.
Einer Unternehmensbefragung von Bacs zufolge waren Cashflow-Probleme die Nummer-1-Ursache für verspätete Zahlungen. Rund 24% der befragten KMU gaben an, ihre Kunden hätten ihnen diesen Entschuldigungsgrund genannt. Bei den Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor wurde allerdings der wirtschaftliche Abschwung ("economic downturn") noch häufiger genannt. Michael Chambers, Geschäftsführer von Bacs, sagte in einer Pressemitteilung im März: "Die Ergebnisse unserer Befragungen sind alarmierend. Derzeit gehen im Vereinigten Königreich im Schnitt 86 kleine und mittelständische Unternehmen pro Tag pleite."


