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Indonesien

Zulieferprodukte: Zement, Beton und Holz


Der Zementverbrauch Indonesiens ist mit durchschnittlich 238 Kilogramm pro Kopf und Jahr deutlich geringer als in den weiter entwickelten Ländern Thailand oder Malaysia. Das Versprechen eines steigenden Bedarfs und ein Bausektor, der bis zur Coronakrise deutlich stärker wuchs als die Gesamtwirtschaft, hat die Branche zu einem umfangreichen Ausbau ihrer Produktionskapazitäten verleitet. Es kamen unter anderem Zementhersteller aus China und Thailand in den Markt. Dadurch sind große Überkapazitäten entstanden. Der jährliche Zementbedarf liegt bei etwa 63 Millionen Tonnen, die Produktionskapazitäten sind aber fast doppelt so hoch. 

Eine weitere Ursache für die Überkapazitäten liegt in der Geografie des Inselstaats. Denn der Markt ist dort mehr als anderswo lokal getrieben. Der Transport der Zementsäcke über schlechte Straßen und auf zahllose Inseln ist vergleichsweise teuer, in abgelegenen Regionen kostet er mehr als das Produkt selbst. Dies ist Anreiz zum Bau lokaler Zementwerke – trotz nationaler Überkapazitäten. Zuletzt waren neue Werke im zentraljavanischen Grobongan und im ostjavanischen Jember entstanden. Doch 2021 hat die Regierung den Bau weiterer Zementwerke verboten, bis sich der Markt wieder erholt hat. Ausgenommen ist die stark unterentwickelte Region Papua.

Quelle: GTAI